Das Surfen hat’s mir angetan. Um das mal von vornherein klarzustellen. Nicht nur, weil ich es schon immer mal lernen wollte. Sondern auch, weil ich jetzt erst festgestellt habe, was eigentlich alles dahinter steckt.
Wenn man sich mal mit der Materie “Surfen” befasst, dann merkt man erst, dass es viel mehr ist, als nur eine Sportart. Es ist eine Religion. Ja, das trifft’s wohl ganz gut. Religion. Und wir, die Surfer, sind die Jünger einer ganz besonderen Glaubensrichtung.
Sobald man mal den Glauben gefunden hat, konvertiert man früher oder später voll und ganz. Schwer zu beschreiben, aber beim Surfen spürt man nichts und gleichzeitig alles. Es ist so, dass während dem Surfen nichts anderes eine Rolle spielt. Alles tritt in den Hintergrund und nur noch das Hier und Jetzt zählt. Mit der Zeit wird man eins mit den Wellen, der Strömung und dem Gefühl völlig machtlos gegenüber Mutter Natur zu sein.
Aber gleichzeitig ist es eines der schönsten Gefühle, die man sich vorstellen kann.
Und nachdem man dann wieder das kühle Nass verlassen hat, ist der Kopf und der Geist frei und klar. Bereit sich dem zu widmen, was vorher noch so undurchdringbar erschien und keinen Sinn ergab.
Ich war heute zwar nicht selber surfen, aber ich habe, wie so oft, den Surfern bei der Ausübung ihrer Religion zugeschaut. Und mich dort verloren, wo ich sonst wahrscheinlich nie hinkommen würde. Wer weiß, wo das war.