Ich war eines dieser glücklichen Kinder, die mit einem Pool im Garten aufgewachsen sind. An der Stelle möchte ich mich offiziell bei meinen Eltern bedanken. Ein Pool ist nämlich einfach was geiles. Viel zu lange habe ich in meinen „erwachsenen“ Jahren ohne Schwimmmöglichkeit zuhause verbraucht – Badewanne zählt nicht. Aber selbst diesen Luxus hatte ich die meiste Zeit nicht. Jetzt in unserem neuen Leben als Vollzeitreisende wollen wir keine Kompromisse mehr eingehen, zumindest nicht was das Schwimmen anbelangt. Abgesehen von ein paar ortsbedingten Ausnahmen, ist ein Gewässer in der Nähe ein Muss. In Australien sind wir jeden Morgen sofort nach dem Aufwachen an den Strand gefahren, sofern wir mit Nobody nicht gleich direkt irgendwo am Meer übernachtet haben. Hier auf Bali ist es nicht anders: der Sprung ins kalte Nass ist Prio 1 des Tages.

Mittlerweile habe ich mich schon an das Leben in einer Villa auf Bali gewöhnt. Jeden Morgen ist das erste was ich mache, in meinen Bikini zu schlüpfen und in den Pool zu springen. Egal, wie es mir geht nachdem ich meine Augen öffne. Wie wenig oder schlecht ich geschlafen habe, wieviel ich am Abend vorher getrunken habe oder ob ich sonst einfach mal wieder Kopfschmerzen habe, das Schwimmen weckt mich und vertreibt alle meine kleinen Gebrechen sofort. Bestimmt liegt das mitunter daran, dass das Wasser echt saukalt ist. Wer da nicht direkt von 0 auf 100 wach ist, dem sind wahrscheinlich die Gefühlsknopsen abgefroren am Tag vorher. Ausserdem tut mir die Bewegung gut – nur nicht zu viel. Man soll es ja nicht gleich übertreiben, man weiss ja nie was der Tag noch so mit sich bringt. Aber so ein paar Längen schwimmen passt. Sobald das Gefühl leicht aus meinen Finger schwindet, weil es mir im Wasser zu kalt wird, stelle ich mich unter die heisse Dusche. Gibt es was besseres? Wenn ich danach noch mit Pam draussen am Pool sitzen und frühstücken kann, ist der Morgen perfekt. Ich kann mir jedenfalls keinen besseren Tagesbeginn vorstellen.