Wir sind nun knapp 2.5 Monate auf Bali, einer 5.780 km² grossen Insel im indischen Ozean. Hier wohnen wir in einer Villa, bloss 500 Meter vom Strand entfernt. Eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage für tägliche Strandbesuche. Trotzdem schaffen wir es irgendwie nur unregelmässig ans Meer. Gelegentlich geht Pam zwar surfen und ich spaziere währenddessen ein bisschen durchs Wasser. Oder wir ziehen uns bei einem Bierchen den Sonnenuntergang rein. Aber wir schauen viel zu selten auf die Wellen oder lassen uns im Salzwasser treiben. So ein richtiger Strandtag war also längst mal wieder überfällig.

Deshalb schwingen wir uns heute auf unsere Roller und fahren nach Sanur. Ehrlich gesagt haben wir uns vorab nicht gross über den Touristenbadeort informiert. Wir wissen, dass er etwa eine Stunde von uns entfernt ist, direkt am Meer liegt und wohl eben ziemlich touristisch sein soll. Das ist aber auch schon alles. Ohne jegliche Planung und Erwartungen ziehen wir also los. Ab und zu mag ich das total. Einfach mal ins Blaue fahren und sich überraschen lassen. So kann man schliesslich auch nicht enttäuscht werden. Und glücklicherweise werden wir das von Sanur auch nicht. Hier gibt es einen sogenannten Beachwalk. Hört sich gut an, denken wir, da gehen wir hin. Gesäumt von Hotels, Bars, Restaurants und Massageliegen, ist der Strandabschnitt schon ziemlich touristisch. Man wird alle paar Meter angesprochen mit „Ya, please ya“. Keine Ahnung, was uns die freundliche Balinesen damit genau sagen wollen. Wir lehnen zur Sicherheit jedes Mal dankend ab. Ich finde das ja immer etwas nervig, wenn man die ganze Zeit angequatscht wird. Trotzdem muss ich sagen, Sanur hat was. Im Gegensatz zu Canggu, wo wir wohnen, gibt es hier ganz viele Kneipen direkt am Strand. Das kann einem gefallen oder nicht. Wir jedenfalls fühlen uns direkt wie im Urlaub. Ganz entspannt schlendern wir den Beachwalk entlang und geniessen das Gefühl, zwei Wochene auf Bali in den Ferien zu sein. So krass hatten wir das auf der ganzen Reise noch nie. Pam fotografiert gefühlt jedes einzelne Palmenblatt und jedes Sandkorn – so wie ein richtiger Tourist eben. Worüber ich normalerweise voll abkotzen würde, verzeihe ich ihm dieses Mal aber. Und es wird noch besser: ich stehe nämlich direkt neben ihm und nehme alles nochmal mit dem Handy auf. Von den etwa 1.000 Bilder lösche ich dann wahrscheinlich morgen direkt wieder 999, weil alles gleich aussieht. Aber egal, heute hat sich’s gut angefühlt, so viele Fotos zu machen und die ganze Atmosphäre so richtig in mich aufzusaugen. Beflügelt von den ganzen Angeboten, haben wir uns sogar gegönnt und uns für’s Mittagessen ein Restaurant mit Tisch direkt im Sand ausgesucht. Hach, so ein Urlaub ist halt schon was Schönes.