Wie schön ein Montagmorgen doch sein kann, auch wenn er sich um Strom dreht. Aber dazu später mehr. Ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ich dem Wochenstart ganz anders entgegen geblickt habe. Damals hat sich der Montagsblues bereits am Sonntagabend in der Magengegend breit gemacht – ein bisschen Platz für die obligate Pizza war zum Glück dennoch da. Seit dem hat sich einiges getan. Ich esse kaum noch Pizza. Zumindest kann man das, was sich hier in Asien Pizza nennt, nicht wirklich zählen. Und mittlerweile ist vom “I don’t like Mondays” bei mir ebenfalls nichts mehr zu spüren. Ob die beiden Dinge zusammenhängen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Oder will es mir nicht vorstellen. Ich will mir die Erinnerung an die Glücksmomente, wenn der Pizzabote an der Tür stand, nicht kaputt machen.

Aber nun zum eigentlichen Teil, ist ja schliesslich ein Tagebuch, was ich hier schreibe: Ich muss sagen, von dem Zeitpunkt, an dem ich den Vollzeitjob gegen die Vollzeitreise getauscht habe, geniesse ich es regelrecht am Montagmorgen aufzustehen und mit vollem Elan in die neue Woche zu starten. So war es auch heute. Gegen 8 Uhr wurde ich wach. Seit ich keinen Wecker mehr benutze, geht sowohl das Aufwachen als auch das Aufstehen viel besser. Ich bin direkt bereit, in den Tag zu starten – oder besser gesagt, in den Pool zu springen. Das ist nämlich immer das Erste, was ich morgens mache. Danach setze ich mich mit einem Kaffee hin und prüfe mein Handy, um zu erfahren , was ich alles so während dem Schlafen verpasst habe. Meistens ist das nicht viel. Aber man will ja trotzdem auf dem Laufenden bleiben. Heute Morgen läuft meine Routine jedoch nicht nach Plan. Mein Handy macht keinen Wank. Ich stelle schockiert fest: Kein Internet. Wer Pam und mich bisher verfolgt hat, der weiss, Internet ist das A und O. Und natürlich möglichst sparsam reisen. Aber das hat damit jetzt nichts zu tun. Zurück zum Internet. Oder eben dem nicht existierenden Internet. Meine Problemlösungstaktik sieht folgendermassen aus: Ich betätige erstmal den Lichtschalter, um zu prüfen, ob die Elektrizität überhaupt tut. Tut sie scheinbar nicht. Stromausfälle kommen auf Bali nicht selten vor. Das ist aber heute nicht der Fall. Deshalb überprüfe ich als nächstes unseren Stromzähler draussen vor dem Haus. Da geht mir ein Licht auf: unser Strom ist leer. Wir haben gestern total vergessen, uns um die Elektrizität zu kümmern. Hier auf Bali ist es nämlich so, dass man sich den Strom im Supermarkt kaufen muss – kein Witz. Man geht hin, sagt wie viel Strom man gerne hätte, bezahlt und bekommt einen Zettel mit einer Art Gutscheinnummer drauf. So wie beim Pre-Paid Handy. Also machen Pam und ich einen kurzen Montagmorgenausflug zum nächsten Laden. Mit der erhaltenen Nummer füttern wir dann unseren Stromkasten und siehe da, eine Millisekunde später läuft alles wieder. Juhu. Jetzt können wir so richtig loslegen und in die Woche starten. Es wird eine energievolle, da bin ich mir sicher. Internet gut, alles gut.