Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity
Singapur in drei Tagen oder herzlich willkommen bei SimCity

Es ist ja nicht so, dass ich noch gar nichts von der Welt gesehen habe. Okay, mag sein, dass andere Menschen noch mehr gesehen haben. Aber große Städte mit großen Gebäuden habe ich schon öfters gesehen. Singapur jedoch ist noch mal ein ganz anderes Kaliber. Hier müssen sich die Menschen wohl wie bei dem Computerspiel SimCity fühlen, wenn sie wieder ein neues Hochhaus oder einen beeindruckenden Wolkenkratzer erbauen. Die Stadt strahlt diese Mentalität aber auch an jeder Straßenecke aus. Hier scheint nicht mal der Himmel das Limit zu sein. In Singapur ist es möglich. Egal was.

dsc08570

Aber erstmal zum Anfang: als Angi und ich in Saigon in unseren Flug nach Bali einchecken wollen, wird uns das erst gestattet, nachdem wir einen Weiterflug von Bali nach 30 Tagen vorweisen können. Also buchen wir am Flughafen in Saigon schnell ein Ticket. Haben wir bis dato auch noch nie gemacht. Aber man lernt ja bekanntlich nie aus. Also stellen wir uns die Frage wo wir denn nach 30 Tagen Bali hinmöchten?! Malaysia? Thailand? Kambodscha? Laos? Singapur? Ah, Singapur klingt gut. Da wollten wir eh bald mal hin. Und wenn die Flüge nicht allzu teuer sind, dann machen wir das. Gesagt, getan. Wir zeigen der Dame am Check-In Schalter unser neu erworbenes Flugticket nach Singapur und wir dürfen einchecken.
So war es also entschieden, dass der nächste Stop nach Bali Singapur heißt. Wir freuen uns drauf.

Die 30 Tage auf Bali vergingen wie im Flug und da sitzen wir auch schon im Flieger in den Stadtstaat. Schon der erste Eindruck haut mich fast aus den Socken. Die Stadt ist so gar nicht Asien. Alles ist super sauber, perfekt organisiert und es gibt einen öffentlichen Nahverkehr!
Über Couchsurfing haben wir einen Schlafplatz bei einem jungen singapurischen Pärchen bekommen. Vik und Leann wohnen ungefähr 15 Minuten vom Flughafen und 10 Minuten von der Innenstadt entfernt in einer der neuen Wohnsiedlungen von Singapur. Wir bekommen ein eigenes Zimmer mit einer großen Matratze und einer Aussicht, die unbezahlbar ist. Die Wohnung der beiden liegt im 35. Stock eines Hochhauses und bietet einen Blick auf die gesamte Stadt.

dsc08842

TAG 1

Nach der ersten Nacht im 35. Stock machen Angi und ich uns auf Entdeckungstour durch die Stadt. Aber eigentlich schaffen wir am ersten Tag nur den Teil um das berühmte Hotel Marina Bay Sands. Denn dort befindet sich neben dem besagten Hotel auch ein gigantisches Einkaufszentrum, die Marina (also eine Art Show-Hafen, in dem die Luxusyachten dieser Welt Platz finden), Gardens by the Bay (die größte von Menschenhand erschaffene Parkanlage der Welt) und noch ein paar Brücken, die einen sonst wo hin bringen. Also schlendern wir von Attraktion zu Attraktion und kriegen den Mund gar nicht mehr zu. Vor ein paar Jahren war das ganze Land, auf dem jetzt diese architektonischen Meisterwerke stehen, noch Ozean. Singapur hat sich das Land Stück für Stück vom Meer zurückgeholt. Und das haben sie nicht nur an dieser Stelle getan. Allgemein hat Singapur seine Landesgrenzen deutlich vergrößert und wird es in Zukunft auf weiter tun.

Das andere Highlight in Singapur sind die Menschen. Singapur ist quasi ein Schmelztiegel aller Kulturen und Religionen. Hier geben sich Muslime, Hindus, Christen und viele mehr die Klinke in die Hand. Eine Moschee steht neben einem Hindutempel und daneben findet ein Ramadan-Markt statt. Es ist so schön zu sehen, dass Menschen aller Kulturen und Glaubensrichtungen friedlich beieinander leben können und das gerade den Charme und die Atmosphäre der Stadt ausmacht. Wir sind glücklich und zufrieden und irgendwie auch mit unseren Gedanken bei John Lennon. Singapur zeigt, dass es trotz Religion klappt, dass Menschen harmonisch zusammenleben.

dsc08647

Abends nehmen unsere Hosts uns dann mit, um die Spezialität des Landes zu probieren: Frosch. Tief im Rotlichtviertel gibt es anscheinend das beste Froschgericht von Singapur. Und nach anfänglicher Skepsis schmeckt Frosch erstaunlich gut. Ein bisschen wie Hühnchen nur mit weniger Fett. Also durchaus eine Spezialität, die man versucht haben sollte.

TAG 2

Der zweite Tag beginnt eigentlich so, wie der erste aufgehört hat: überwältigt von einer Stadt, die so viel zu bieten hat. Wir machen uns auf den Weg zum Frühstücken. Nach einem typisch singapurischen Start in den Tag: Kaffee mit Toast und einem weichgekochten Ei, selbstverständlich serviert auf Pappteller und in Plastikbecher, so wie es sich für ein Hawker Centre gehört sind wir bereit für die drückende Hitze der Stadt. Singapur ist anscheinend nicht immer so heiß. Aber in den Tagen, in denen wir dort sind, liegt die Luftfeuchtigkeit bei knapp 80% und wir haben über 30°C. Ich schwitze. Aber nicht wie ein normaler Mensch. Ich fühle mich eher wie ein übergewichtiger, alter Mann, dem jeder Schritt durch Mark und Bein geht. Außerdem schwitze ich hier sogar am Bauch. Das ist besonders unangenehm, wenn das T-shirt vorne komplett feucht ist und dadurch eine andere Farbe einnimmt. Aber egal, hier schwitzen alle so, also falle ich nicht auf.

dsc08631

Wir schauen uns den Tag über Chinatown an. Dadurch, dass neben den Malaysiern auch sehr viele Chinesen in Singapur leben, nimmt Chinatown einen ganz schön großen Flecken der Stadt ein. Und sobald man mal direkt drin ist, erinnert auch nichts mehr wirklich an den Rest von Singapur. Überall hängen chinesische Lampions, die Häuser sind im typischen Stil gebaut und man kann jedes chinesische Gericht an den unzähligen kleinen Ständen probieren. Also so wie immer in Chinatown – nur sehr viel größer.
Gegen Abend lockt es uns dann aber doch wieder in Richtung Gardens by the Bay. Diesmal aber aufgrund eines ganz besonderen Events. Die Parkanlage wird 5 Jahre alt. Und zu diesem Anlass wurde die übliche Lichtershow von 5 Minuten auf 20 Minuten ausgeweitet. Das können wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

dsc08796

Zusammengequetscht mit gefühlt ganz Singapur stehen wir also in der Nähe von Supertree Grove, dem eigentlich Zentrum der Gärten und warten auf die versprochene Lichtershow. Als alle Lichter ausgehen und ein Sprecher aus dem Off die Menschen zu diesem Event begrüßt, geben alle Asiaten ihr obligatorisches “Ohh” und “Ahh” von sich. Und wir merken wieder, dass wir uns beim am einfachsten zu beeindruckenden Volk der Welt befinden. Man muss nur den Lichtschalter betätigen und alle Asiaten rasten aus. Die Lichtershow war in meinen Augen auch ganz nett, aber den um mich herum in Ohnmacht fallenden Asiaten zufolge, muss es die wohl beste Show der Welt gewesen sein.

TAG 3

Den dritten Tag und letzten Tag in Singapur verbringen wir damit, der Hitze bestmöglich zu entkommen. Vik und Leann zeigen uns zum Mittagessen noch eine andere Spezialität von Singapur: Chicken Rice. Im Prinzip ist das normaler Reis, der aber in einer Art Hühnchenbrühe gekocht wird. Dadurch schmeckt er schon etwas nach Fleisch. Und dazu gibt’s, wer hätte es gedacht: Hühnchen. Also eine ziemlich leckere Sache. Sofern man kein Vegetarier ist.

dsc08826

Am frühen Nachmittag treibt es uns nach Little India, wo wir sehr schnell merken, dass Klein-Indien verdammt heiß ist. Es gibt nicht wirklich viele Shops mit Klimaanlage und sowieso ist das, was man sehen möchte, eigentlich draußen. Daher ist der Aufenthalt in diesem Teil der Stadt leider schneller wieder vorbei, als uns recht ist. Aber schön war es trotzdem. Little India ist wie sein großer Bruder reich an Gerüchen, Farben und Eindrücken. Ich selbst war zwar noch nie in Indien, aber das hört man immer von Leuten, die schon mal dort waren.
In den drei Tagen konnten wir nur einen kleinen Teil der Stadt sehen, aber das hat uns schon so fasziniert, dass wir auf jeden Fall wiederkommen. Die Stadt hat etwas an sich, das man schwer in Worte fassen kann. Aber es ist etwas, das einen in ihren Bann zieht.
Leider ist schon wieder Zeit zu packen. Schneller als wir es fassen können, sitzen wir wieder am Flughafen und warten auf unseren Flieger zurück nach Asien.