Nach 5 statt wie geplant 8 Stunden Busfahrt kommen wir mitten in der Nacht, um 4 Uhr in Ho-Chi-Minh-Stadt an. Wieder einmal ist der Busfahrer gerast wie ein Wilder. Wir konnten kaum schlafen, da wir bei jeder Kurve von einer Seite auf die andere geschleudert wurden. Dazu muss man sagen: Dalat liegt in den Bergen, die Strasse war also extrem kurvenreich.

Aber egal, wir sind froh, dass wir heil angekommen sind. Auch wenn wir erst nicht recht wissen, wohin mit uns um 4 Uhr nachts. Unser Hostel macht erst um 8 Uhr auf. Also laufen wir ein bisschen durch die Gegend und suchen uns irgendein Café, dass so früh aufmacht. Um 5 Uhr werden wir fündig. Angekommen, trinken wir erstmal ausgiebig Kaffee, bis der Frühstücksladen gegenüber aufmacht. Gestärkt und bereit für den Tag und unsere Zeit in Saigon, checken wir dann kurz nach 8 Uhr in unser Hostel ein.

ÜBER HO-CHI-MINH-STADT

Als grösste Stadt Vietnams, war sie, damals noch mit dem alten Namen Saigon, bis im April 1975 Hauptstadt der Republik Vietnam. Nach der Wiedervereinigung von Nord- und Süd-Vietnam, wurde die Stadt zu Ehren von Ho Chi Minh in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
Saigon, wie die Einheimischen die Stadt meist immer noch nennen, hat eine wahnsinnig spannende und nervenaufreibende Geschichte hinter sich. Diese lässt sich am besten im Kriegsrestemuseum nachempfinden. Dazu mehr unten.

UNTERWEGS IN SAIGON

Hier gilt eigentlich das Gleiche wie in jeder anderen vietnamesischen Grossstadt. Der Verkehr ist halsbrecherisch, die Stadt ist sehr weitläufig und laufen ist tollkühn.

Zu Fuss:
Trotzdem lassen wir es uns nicht nehmen, die grösste Stadt Vietnams die ersten paar Tage zu Fuss zu erkunden. Mal abgesehen davon, dass man die Gehwege ständig mit den Rollerfahrern teilen muss, die Überquerung eines Fussgängerstreifens fast schon selbstmörderisch ist und man kaum Schatten findet, bei fast 40° Grad, erfreuen wir uns unseren Spaziergängen.

Mit UBER:
Nach zwei Tagen haben wir aber genug. Unsere Beine tun uns weh und wir wollen chauffiert werden. Ab jetzt ist der Griff zur UBER-App schon fast das Erste, was wir morgens machen. Und wenn man sich einmal an den Luxus eines Taxis mit schlechter Musik, arktischen Temperaturen und dessen waghalsigen und orientierungslosen Fahrer gewöhnt hat, will man nichts anderes mehr. Und das Gute ist: die Fahrten können sich sogar so knausrige Backpacker, wie Pam und ich es sind, leisten. Für eine Fahrt bezahlen wir im Normalfall so umgerechnet 0,60 € / CHF 0.70.

Wer noch nicht bei UBER registriert ist, bekommt über diesen Link einen Gutschein für die erste Fahrt.

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UNTERKUNFT

Man merkt, dass der Platz in Saigon knapp ist, denn die Preise der Unterkünfte hier sind um einiges teurer als sonst in Vietnam. Deswegen können wir uns uns nur ein Bett im Schlafsaal leisten. Es ist aber zum Glück ein ziemlich schöner Schlafsaal mit nur 4 Doppelbetten pro Zimmer. Pro Bett / Nacht kostet es US$ 10, also 8,90 € / CHF 9.80 ohne Frühstück. Ansonsten gibt es aber nicht viel über unser das Troi’s Travel Home zu berichten. Das Hostel ist gut zum günstig übernachten, nicht mehr und nicht weniger.

ESSEN

Pam und ich lieben das Essen in Vietnam, das haben wir schon das eine oder andere Mal erwähnt. In Ho-Chi-Minh-Stadt werden wir aber ein bisschen enttäuscht, muss ich gestehen. Obwohl es eine riesige Stadt ist, müssen wir oft extrem lange nach was zum Mampfen suchen. Ausserdem bezahlen wir so gut wie immer viel zu viel und die Gerichte schmecken einfach nicht so gut wie im Norden, finden wir. Die frischen Kräuter fehlen. Wie z.B. bei unserem Lieblingsessen Nem Lui – Sommerrollen zum Selbermachen.

TRINKEN

Was Kaffee angeht, hat die Stadt jedoch einiges zu bieten. Wir trinken nochmal fleissig Coconut Coffees bevor wir Vietnam verlassen. Jedoch müssen wir auch hier sagen: den besten Coconut Coffee haben wir definitiv in Danang im The Succulents Coffee getrunken. 

Mehr dazu in unserem Blogpost Über den Wolken-Pass von Hue nach Danang.

MOCKINGBIRD CAFÉ

Ein wirklich cooles Café in Saigon ist das Mockingbird Café. Es ist in einem alten Lagerhaus gelegen, welches heute für hippe, urbane Kleiderläden, Restaurants und Cafés genutzt wird. Am besten gefällt uns die Terrasse im Mockingbird Café. Hier schlürfen wir gemütlich einen (auch sehr leckeren) Coconut Coffee mit Blick auf die umliegenden Häuser und den Fluss.

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THE VIEW ROOFTOP BAR

Für einen noch besseren Blick auf die Dächer der Stadt, besuchen wir The View Rooftop Bar. Sie ist direkt in der Backpacker Street gelegen und ist eine der günstigsten Rooftop Bars Saigons. Zwischen 19 und 22 Uhr herrscht hier Happy Hour und man bekommt jeden Tag einen anderen Cocktail vergünstigt.

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BACKPACKER STREET

Die Pham Ngu Lao (Strasse) ist auch bekannt als „Backpacker Street“. Hier gibt es viele Hostels, Restaurants und Bars. Sie gilt als das Zentrum für Touristen. Wir gehen also auch mal da hin – ist aber nicht so unser Ding. Alles ist extrem überteuert und die Leute sind eher unfreundlich. Ich bin froh, dass wir eine Unterkunft ein bisschen ausserhalb gebucht haben und nicht hier.

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NOTRE DAME

Die Kathedrale Notre Dame heisst nur gleich, wie die in Paris. Ansonsten muss ich sagen, haben sich nicht viel gemeinsam. Trotzdem ist sie mit ihren beiden 40 Meter hohen Ziegelsteintürmen ein weitherum sichtbares Wahrzeichen der Stadt.

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WIEDERVEREINIGUNGSPALAST

Der Wiedervereinigungspalast ist das ehemalige Regierungsgebäude der Südvietnamesischen Regierung. Es gibt geführte Touren durch das ganze Gebäude inklusive der unterirdischen Bunkeranlagen. Nachdem wir aber gefühlte 1.000 Mal da hin sind und nicht rein kamen, weil gerade Mittagspause war oder sie schon zu hatten, haben wir’s dann schlussendlich aufgegeben und haben uns den Palast (der überhaupt nicht wie ein Palast aussieht) nur von aussen durch den Zaun angeschaut.

NGUYEN HUE

Die Nguyen Hue (Strasse) beeindruckt uns. Es ist mehr ein einziger grosser Platz, als eine Strasse und lädt mit Springbrunnen zum Verweilen ein. Wir beginnen beim Fluss und schlendern hoch bis zum im üppigsten französischen Kolonialstil erbaute ehemalige Rathaus. Davor tront die riesige Statue von Ho Chi Minh.
Am 30. April feiert Vietnam den Tag der Wiedervereinigung. An diesem Tag ist ganz schön was los hier an der Nguyen Hue. Zusammen mit tausenden von Vietnamesen, schauen wir uns die Festlichkeiten an. Es fühlt sich aber irgendwie ein bisschen falsch an, wie dieser Tag hier in Ho-Chi-Minh-Stadt gefeiert wird.

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KRIEGSRESTEMUSEUM

Das „War-Remnants-Museum“ hiess früher Museum der Kriegsverbrechen und dokumentiert dementsprechend die Scheusslichkeiten der verschiedenen Kriege, in welche Vietnam in den letzten 150 Jahren verwickelt war. Einen grossen Platz nimmt dabei der amerikanische Krieg ein, wie der Vietnamkrieg hier genannt wird. Agent Orange, Napalm und die Massenvernichtung ganzer Dörfer wird in grausamen Bildern gezeigt. Wirklich grausam. Ich kann manchmal kaum hinsehen und bin auch ziemlich aufgewühlt nach dem Besuch. Dieses Museum ist sicherlich eines der spannendsten und intensivsten, das ich je besucht habe.

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CU CHI TUNNEL

Nachdem wir im Kriegsrestemusem alles über die Geschichte von Vietnam erfahren haben, wollen wir auch einen Ort des Geschehens besuchen. Die Cu Chi Tunnel wurden vom Vietcong während des Krieges benutzt, um sich zu verstecken. Darin haben sie richtig gelebt und es gab unter der Erde sogar Schulen und Büros.
Das Tunnelsystem liegt in Cu Chi, etwa 70 Kilometer von Ho-Chi-Minh-Stadt entfernt. Für vietnamesische Verhältnisse ist das ziemlich weit und deshalb empfiehlt es sich eine Tour zu buchen. Die Fahrt inklusive englischsprachigem Guide kostet normalerweise US$ 5, also 4,50 € / CHF 4.90. Wir bezahlen das Doppelte weil wir während der Feiertage dahin wollen. Der Eintritt in die Tunnel kommt da noch dazu. Als Tourist bezahlt man 90.000 VND, das sind ca. 3,60 € / CHF 3.90.
Pam und ich sind beeindruckt von den Erzählungen unseres Führers. Wir lernen viel darüber, was die Vietcong für Tricks hatten, ihre Verstecke vor den Amerikanern geheim zu halten. Und dann kommt der Höhepunkt der Führung: für die Touristen wurde ein kleiner Teil der Tunnel so ausgebaut, dass man sie besichtigen kann. Trotzdem mussten wir hindurch krabbeln und können nicht wirklich stehen. Auf 90 Metern bekommen wir ein Gefühl, wie eng das gewesen sein muss, wahnsinnig. Es ist kaum vorstellbar, wie jemand in diesen Tunnel gelebt haben kann.

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WIEDERVEREINIGUNGSTAG

Wie gesagt, feiert Vietnam am 30. April die Wiedervereinigung von Nord- und Süd-Vietnam. Die Feierlichkeiten zum „Reuinification Day“ umfassen mehrere Tage, dieses Jahr vom 30. April bis zum 3. Mai (weil die Feiertage auf’s Wochenende fallen). Während dieser Zeit geht nicht viel. Vorallem am 30. April und 1. Mai ist einiges geschlossen, mitunter Restaurants und Sehenswürdigkeiten. Ausserdem haben viele Busse spezielle Fahrpläne während der Feiertage. Es lohnt sich also, das vorab zu checken.

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Im Süden sind wir nicht nur in Ho-Chi-Minh-Stadt angekommen, sondern auch am Ende unserer Vietnamreise. Es war ein unglaublich spannender und eindrucksvoller Monat. Wir haben sehr viele nette Menschen kennengelernt und wieder eine Kultur erlebt, die ganz anders ist als unsere. Aber nach so viel Reisen, brauchen wir jetzt erstmal Ruhe. Auf nach Bali.