LEXIKON

Auf unserer Reise durch die Welt lernen wir jeden Tag so einiges dazu. Manches davon ist nützlich, auf anderes könnten wir getrost verzichten. Dennoch stoßen wir dabei oft auf offene Fragen. Und wie das so mit Fragen ist, hätte man gern auch eine Antwort darauf. Da wir unseren Horizont täglich erweitern wollen, haben wir uns zur Aufgabe gesetzt, diese Antworten zu finden und unser neugewonnenes Wissen mit der Welt zu teilen. Alles zusammengefasst und ohne großen Schnickschnack ergibt dann pamgi’s Reise-ABC.

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Buschfliege, die
Australien ist wunderschön, keine Frage. Jedoch gibt es zu allem Positiven bekanntlich auch etwas Negatives. Und in Australien sind das wohl unangefochten die Fliegen. Zu hunderten, wenn nicht zu Tausenden, verfolgt die australische Buschfliege hilflose Menschen auf Schritt und Tritt.

Was sind das genau für Fliegen?
Die Buschfliege (lat. Musca vetustissima) oder Blowie, wie sie in Australien auch genannt wird, ist wortwörtlich eine Mistfliege. Sie ist zwar kleiner, als wir man es aus der Heimat gewohnt ist, aber dafür um einiges nerviger. Man findet sie fast überall. Aber vor allem da, wo’s heiss ist und hohe Luftfeuchtigkeit herrscht. Lediglich in den Städten hat man weitestgehend Ruhe.

Woher stammen die Blowies?
Der Ursprung der Buschfliegen-Pest liegt wohl bei den ersten Siedlern, die 1788 in Australien an Land gingen. Sie brachten die ersten Rinder aus Europa mit, jedoch ohne die dazugehörenden Mistkäfer. Und keine Mistkäfer = kein Recycling. Was zur Folge hatte, dass der Rinderbestand zwar rasend schnell wuchs, aber somit auch der Berg an Scheisse: für die Blowies ein gefundenes Fressen. Denn die nassen Kuhfladen eigenen sich bestens als Brutstätte. Sie legen ihre Eier darin ab und später dient er dann den geschlüpften Larven als Kinderstube und Nahrungsquelle.

Warum nerven sie einen so sehr?
Das Weibchen der Buschfliegen benötigt vor der Eiablage reichlich Protein. Und das finden die Fliegen vor allem in den Körperflüssigkeiten von Mensch und Tier. Gerade bei den schwülen Temperaturen, schwitzt man unglaublich viel, was für die Viecher das Paradies auf Erden ist. Bevorzugte Orte sind Augen- und Mundwinkel. Aber auch Ohren und Nase belagern sie äusserst gerne. Am besten also Augen zu kneifen und ganz wichtig: Mund zu. Sonst verschluckt man auch gerne mal die ein oder andere Fliege. Ist zwar sicherlich eine gute Protein-Quelle aber trotzdem nicht sehr schmackhaft.

Was kann man gegen die Mistviecher tun?
Kurzfristig leider nicht viel, zumindest tagsüber. Auch wild mit den Händen rumfuchteln bringt nichts. Das scheint die nervigen Biester nur noch mehr anzustacheln. Man kann sich ein chices Fliegennetz für den Hut kaufen, das hält die Dinger wenigstens ein bisschen auf Abstand. Ansonsten hilft nur warten auf den Sonnenuntergang. Denn am Abend lässt die Hitze nach und somit auch die Fliegenpest.
Auf lange Frist gesehen, ist die Lösung für das Buschfliegen-Problem wohl der Mistkäfer-Import. Australien importiert bereits verschiedene Mistkäferarten vor allem aus Afrika, Südamerika und Europa, um sie in Down Under anzusiedeln. Sie sollen dann für die Beseitigung der Kuhfladen sorgen, wodurch den lästigen Buschfliegen ihre bevorzugten Brutstätten entzogen werden. Der Käferimport zeigt langsam die erste Wirkung, wovon man allerdings noch nicht viel merkt. Aber die Menschen haben die Hoffnung nicht verloren, dass die Buschfliegen-Situation sich mit der Zeit noch mehr verbessern wird und das Reisen in Australien somit angenehmer gestaltet.


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Märzfliege, die
Wir haben uns gerade noch über die Buschfliegen im Norden aufgeregt, da kommen wir auch schon in Kontakt mit den nächsten nervigen Biestern. Ich erinnere mich noch genau an sie aus meiner Kindheit. Manche Schwimmbad Nachmittage haben sie mir versaut. Und jetzt suchen sie mich wieder heim: die Bremsen. In Australien werden sie “March Flies” genannt, übersetzt heisst das: die Märzfliege.

Was sind Märzfiegen?
Es sind Fliegen, die Mensch und Tier beissen, um Blut zu saugen. Sie werden bis zu 25mm lang und haben riesige Augen. Es gibt mehr als 200 verschiedene Arten von blutsaugenden Fliegen in Australien. Die am weitesten verbreiteten sind jedoch die Bremsen oder sogenannten Märzfliegen.

Wie fühlt sich ihr Biss an?
Wie bei den Buschliegen, sind es die Weibchen, die einen so dermassen belästigen. Sie haben zwei lange messerscharfe Mundteile, mit welchen sie einem in die Haut stechen und Blut saugen. Der Biss tut nicht nur höllisch weh, sondern juckt oft auch mehrere Tage später noch unheimlich.

Wann sind sie am aktivsten?
Die Märzfliegen sind am aktivsten an warmen, windstillen und sonnigen Tagen – was dem Namen nach wohl oft im März vorkommt. Vor allem nach Überschwemmungen können sie zum Problem werden, weil sie dann zu Tausenden anrücken.

Wie kann man sich schützen?
Märzfliegen werden von dunkelblau angezogen, daher ist es empfehlenswert keine dunklen Sachen zu tragen. Helle, weite Kleider sind am besten geeignet. In Australien gibt es ausserdem gute Insektensprays, die wirksam sind und einen vor den Bissen schützen. Also am besten direkt einmal französisch duschen damit.


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