IM HAFEN VON FREMANTLE SCHREIT ES: 'FISH AHOI!' (BEITRAG)

Das ist also der „kleine“ Hafen von Perth. Fremantle, der Ort, der etwas im Süden von Perth direkt am Wasser liegt, ist alles andere als klein. Okay, die Stadt an sich ist natürlich nicht so groß wie Perth. Wäre auch komisch, als Hafen größer zu sein als die Stadt, zu der man gehört. Aber „klein“ ist etwas anderes. Wenn man beispielsweise ein süßes, kleines Fischerdörfchen erwartet hat, wie es in Italien oder Frankreich zu finden ist, dann ist man in Fremantle leider an der falschen Stelle. Wobei es durchaus seinen Charme hat und mit allerlei anderen Dingen punkten kann: wie z.B. einer Brauerei, die äußerst gutes Bier braut. Oder Fish & Chips, die es wirklich in sich haben.

Von Perth braucht man mit dem Auto ungefähr eine halbe Stunde. Also für einen Tagesausflug wie geschaffen. Angi und ich besteigen am Morgen unseren Van „Nobody“ und sind in Null Komma Nichts in der Hafenstadt. Dank dem Tipp meiner Tante parken wir den ganzen Tag über kostenlos bei einem der unzähligen Segelclubs etwas außerhalb der Stadt. Und mit einem der ebenfalls kostenlosen CAT Bussen, wie wir sie schon aus Perth kennen, kommen wir vom Segelclub mit der Blue Line direkt in die Innenstadt.
Wir bedanken uns beim Busfahrer, als wir aussteigen – wie das in Australien üblich ist – für die Tatsache, dass er uns von einem Ort zum anderen gebracht hat und wünschen ihm noch einen schönen Tag. Man passt sich ja an. Und bei sowas sogar sehr gerne. Der ältere und sehr nette Busfahrer hat uns am Bahnhof von Fremantle rausgelassen. Von hier aus startet unsere Erkundungstour durch die Stadt. Neben dem Abklappern der Sehenswürdigkeiten, sind wir stets auf der Suche nach „Iced Coffee“ vom 7-Eleven und kostenlosem WiFi, egal von wem. Wie es sich als Digitaler Nomade einfach gehört.

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Das „Town Centre“ von Fremantle besteht aus einer alten Kirche und der Town Hall, also einem Verwaltungsgebäude für den Hafen und was daran so angrenzt. Dieser Platz ist klein und ganz anschaulich. Aber besonders lange halten wir uns hier nicht auf. Nach einem Fußmarsch von zwei Minuten hat man dann auch beide Gebäude gesehen. Viel mehr zu sehen gibt es aber in den umliegenden Straßen. Auf der Market Street reihen sich schöne, alte Gebäude aus der Kolonialzeit aneinander. Mittlerweile finden sich in den Gebäuden neben Hungry Jack’s und sonstigen Burger Restaurants auch viele kleine Läden, die entweder allerlei Souvenirs anbieten, wie es für eine Hafenstadt üblich ist oder damit werben, dass sie Westaustraliens besten Kaffee verkaufen. Was auch sonst? An Kaffee kommt man in Australien wirklich nicht vorbei. Und ich muss sagen: sogar der Kaffee im Supermarkt bzw. beim 7-Eleven ist wirklich lecker. In Deutschland kann man das Gesöff aus dem Supermarkt nur in die Kategorie „Kaffee“ stecken, wenn man entweder absolut keinen Geschmackssinn besitzt oder aber die letzten 2000 Jahre verschlafen hat und das erste Mal in seinem Leben das Bohnengebräu trinkt.

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Im Schatten der verzierten Arkaden bahnen wir uns den Weg zu den Fremantle Markets. Das ist eine Art Markthalle, die schon seit dem Gründungsjahr Fremantles besteht. In der Markthalle findet sich, von selbstgemachtem Schmuck über verschieden große „Lamzacs“ bis hin zu Essen, aus allen möglichen Ländern, eigentlich alles, was das Herz begehrt. Wir schlendern ein wenig durch die kleinen Gässchen des Marktes. Weder lassen wir uns dabei Honig andrehen, der anscheinend gegen jegliche Art von Hautkrankheit hilft, noch sind wir gewollt einen Bumerang zu kaufen. Auch wenn dieser von einem Aboriginal als Innovation der gesamten Bumerang-Branche angepriesen wird. Wobei ich mir durchaus einen Bumerang kaufen würde. Ist doch geil etwas zu haben, das man durch die Gegend werfen kann und das dann wieder zu einem zurückkommt. Der „Lamzac“ von Fat Boy hat es mir aber auch angetan. Das ist eine Art Luftmatratze, die man dadurch „aufpumpt“, indem man sie zwei- bis dreimal in der Luft herumschwingt. Danach liegt man gut gebettet auf einer ca. 60 cm hohen Matratze aus robustem Zeltstoff. Das Ding schwimmt sogar. Also ist es auf jeden Fall die Zeit wert, sich gute 20 Minuten mit der Verkäuferin zu unterhalten und diverse „Lamzacs“ Probe zu liegen. Aber AU$ 60, was ungefähr 43 € / CHF 45 sind, ist mir das Ding dann auch nicht wert.

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Nach den Fremantle Markets, machen wir uns auf zum eigentlichen Highlight von Fremantle: der „Waterfront„. Die ist wirklich beeindruckend. Am Round House vorbei, was tatsächlich einfach nur ein rundes Haus ist, bietet sich ein genialer Ausblick auf das Meer. Rottnest Island wässert ruhig und zufrieden vor der Küste und sieht von Weitem so toll aus, wie wir die Insel kennengelernt haben. Aber entlang der Küste von Fremantle gibt es noch viel mehr zu sehen, als nur das Round House. Ein kleiner Weg voller Kunstgalerien und Töpfereien, führt uns runter ans Meer. Zur Bathers Bay, um genau zu sein. Diese Bucht bietet einen tollen Sandstrand, aber hat auch ihre felsigen Gegenden. Hier reiht sich ein Yachtclub an den nächsten und zur Hochsaison ist die Küste vollgestopft mit Segeln, die kreuz und quer durch die Bucht fahren. Etwas weiter dem Strand entlang kommen wir an zahlreichen Cafés vorbei und einem Steg, der bei Dämmerung eine beliebte Kulisse für Fotos bietet. Wir stellen uns zu einer Hochzeitsgesellschaft und schauen dem Brautpaar zu, wie es bei recht windigen Verhältnissen damit beschäftigt ist, das Brautkleid irgendwie ins rechte Licht und Bild zu rücken. Gar nicht mal so einfach. Und die 20 Helfer und Helferinnen haben alle Hände voll zu tun, um die Braut gut aussehen zu lassen oder sie einfach nur davor zu bewahren, sich an der Waterfront vor versammelter Mannschaft komplett zu entblößen. Nach dem Spektakel, machen wir dann unsere eigenen Bilder. Und halten den Moment so gut es geht fest.

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Noch ein Stück weiter, ist dann der riesige Industriehafen von Fremantle. Leider kann man nur von weitem die gigantischen Schiffe und Be- sowie Entladestationen sehen. Es ist trotzdem ein beeindruckender Anblick. Von diesem Hafen aus, wird ungefähr 40% der gesamten Westküste Australiens mit allerlei Waren versorgt.

Eine Ware, die Fremantle schon zu Genüge hat, ist Bier. Die Brauerei Little Creatures hat sich in Australien einen Namen gemacht und das nicht von ungefähr. Ich bin Feuer und Flamme, als ich von dem kostenlosen Beertasting erfahre und stürme in die Brauerei. Man könnte natürlich als erstes, noch eine Führung machen, bei der einem alles über die Herstellung dieses durchaus deliziösen Bieres erklärt wird oder man kann auch einfach gleich zum Tasting übergehen. Selbstverständlich überspringen wir die Führung. Eine nette Dame an der Bar füllt uns alle Biersorten ab, die Little Creatures so zu bieten hat und erklärt uns von welcher Seite wir anfangen sollten, zu probieren. Gesagt, getrunken. Von Pale Ale über Wheat Beer bis hin zum deutschen Hefeweizen – so steht es auch auf der Karte – gibt es eine enorme Vielfalt, bei der jeder etwas findet. Welche Biere ich genau getrunken und wie sie mir geschmeckt haben, ist auf meinem Profil in der App Untappd nachzulesen.

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Am Abend, nach so einem ereignisreichen und feuchtfröhlichen Tag, kann einem nur noch eines helfen: Fish & Chips. Und zwar nicht irgendwelche, sondern natürlich müssen es dann “Western Australia’s Best Fish & Chips” sein. Wobei man sich dabei gar nicht so recht sicher sein kann, da jedes Restaurant damit wirbt. Ich könnte mir gut vorstellen hier unten in der Werbung zu arbeiten. Scheint recht einfach zu sein. Man schreibt einfach überall „The best …“, „Australia’s best …“ oder sogar „The best … in the whole world“ drauf und fertig. Die Menschen rennen einem nur so die Bude ein und ich höre schon die Kassen klingelt. Aber erstmal höre ich meinen Magen knurren. Bei Cicerrello’s bestellen Angi und ich dann das „Premium Fish & Chips„-Paket. Premium oder nicht sei mal dahingestellt, geschmeckt hat’s auf alle Fälle und mein Magen ist auch zufrieden. Man gönnt sich ja sonst nichts als Backpacker auf Weltreise. Wir lassen also den Tag bei einem sehr leckeren Essen noch einmal Revue passieren und halten fest: der kleine Hafen von Perth, ist in jedem Fall einen Tagesausflug wert.