HERZLICH WILLKOMMEN WIRD HIER WÖRTLICH GENOMMEN (BEITRAG)

Schon machen wir uns wieder auf den Weg zum Flughafen. Mir kommt’s erst wie gestern vor, als wir in Hongkong ankamen. Drei Tage ist es jetzt aber schon her. Etwas zu kurz, meiner Meinung nach. In Hongkong hätte es noch so viel zu entdecken gegeben. Aber ich freue mich trotzdem schon sehr auf unsere nächste Station: Perth, Australien.

Wie im Blogpost zur Anreise erwähnt, haben wir unser Busticket für die Rückfahrt bereits am Flughafen gekauft. Daher müssen wir uns jetzt um nichts mehr kümmern. Wir schnappen uns nur unsere Rucksäcke, die wir nach dem Check-Out im Hostel lassen durften, und schleppen sie zur Bushaltestelle gegenüber. Unser Gepäck fühlt sich schwerer an den je. Aber der Weg ist glücklicherweise nicht weit. Als wir noch an der Ampel stehen und darauf warten, die Straße zu überqueren, fährt der A21 Cityflyer Bus vor unser Nase vorbei. Also müssen wir knapp zehn Minuten auf den nächsten warten. Aber wir sind früh genug aufgebrochen, also kein Problem.
Dieses Mal ist die Busfahrt ein ganz anderes Erlebnis. Es ist Tag und wir können was von der Gegend sehen. Erst ist die Straße noch gesäumt von Hochhäusern, dann können wir plötzlich das Meer erspähen. Die kleinen Inseln vor Hongkong sehen aus, wie zurückgelassene Brotkrümel auf einem Schneidebrett. Und alle die mich kennen, wissen sicherlich, wie sehr ich Krümel liebe. Die packen wir auf jeden Fall auf die Liste für unseren nächsten Besuch. Und auch sonst gibt es scheinbar noch einiges zu entdecken: es gibt sogar eine Gondelbahn?! Wo führt die wohl hin?!

ABFLUG HONGKONG

Wir fahren bis zur Endhaltestelle: Terminal 2. Denn da befinden sich die Schalter von AirAsia. Dort angekommen, gehen wir wie üblich zuerst zum Bag-Drop-Off Schalter. Zum Glück haben wir gestern schon online eingecheckt und müssen nur noch unser Gepäck aufgeben. Zum Schutz packen wir unsere beiden Fjällräven Kajka Rucksäcke davor noch kurz in die dazugehörige Regenhülle ein – und ab geht’s. Das Gepäck wird im Normalfall bis zum Endflughafen durchgecheckt, so auch in unserem Fall. Wir begeben uns, jetzt nur noch mit den kleinen Handgepäck-Rucksäcken bepackt, auf den Weg zur Sicherheitskontrolle. Dieses Mal läuft alles reibungslos und wir kommen schnell am Gate an. Dort füllen wir noch schnell unsere Wasserflasche an einem der zahlreichen Trinkwasserspender auf, gehen auf Toilette, setzen uns noch mal kurz hin und hören ein letztes Mal den nichtssagenden chinesischen Lautsprecherdurchsagen zu, bei denen ich mich fühle wie Bill Murray in „Lost in Translation“. Lange Zeit bleibt uns aber nicht dafür, denn das Boarding geht direkt los.

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FLUG HONGKONG – KUALA LUMPUR

Auf diesem Flug ist so gar nichts wie bei unserer Anreise aus Zürich. Das einzig Positive daran ist jedoch, dass wir pünktlich abfliegen. Ansonsten lässt der Service von AirAsia leider etwas zu wünschen übrig – nicht zu vergleichen mit Qatar Airways. Die Stewardessen, sowie ein Steward, sind zwar einigermaßen freundlich, aber das war’s dann auch schon. Hier gibt es Nichts gratis. Nicht mal Wasser. Und von Whisky wagen wir schon gar nicht zu träumen. Dass AirAsia nicht auch noch für die Toilettengänge kassiert, überrascht uns an der Stelle. Aber nun gut, das wäre vielleicht auch etwas zu riskant für die Hygieneverhältnisse an Bord. Zurück zum Essen: pro Portion bezahlen wir HK$ 40, also etwa 4,90 € / CHF 5.30. Preislich ist das voll okay und schmecken tut es auch nicht schlecht. Man bestellt à la Carte und kann sich sein Menü auswählen. Falls das Gewünschte noch verfügbar ist. Wenn man auf Nummer sicher gehen möchte, kann man das Essen auch im Voraus online bestellen. Zudem ist es dann etwas günstiger und man bekommt noch ein Wasser dazu. Lohnt sich also allemal. Wir waren dafür aber zu spät dran, denn die Online-Buchung geht nur bis 24 Stunden vor Abflug. Also verlassen wir uns auf die Verfügbarkeit an Bord. Glücklicherweise ist jeweils unsere zweite Wahl noch zu haben.
Wir entscheiden uns für Ayam Penyet Java Dengan Nasi (was übersetzt ungefähr soviel bedeutet, wie Hühnchen mit Reis) und Nasi Dagang Dengan Kari Ayam (was übersetzt ungefähr soviel bedeutet, wie Hühnchen mit Reis).
Das Essen ist, was es ist. Dazu gibt es nichts. Also keinen Salat, kein Brötchen mit Butter, kein Dessert, keine Schokolade. Ich wiederhole: keine Schokolade!!! Das Mitbringen von Essen ist auf AirAsia Flügen eigentlich nicht erlaubt. Aber ein paar Lindor-Kugeln konnten wir trotzdem unbemerkt rein schmuggeln.
Einen Bildschirm gibt’s leider auch nicht. Also keine Serien, keine Filme und keine Spiele. Pam ist „not amused“. Aber Langeweile macht bekanntlich erfinderisch. Dann braucht man nichts anderes mehr, als eine Kamera und einen verschlafenen Sitznachbarn mit Schlafmaske, der sogar schon bei der Sicherheitsvorführung in ganz anderen Sphären schwebt. So vergehen die vier Stunden wie im Flug.

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AUFENTHALT KUALA LUMPUR

Angenehme 28 Grad erwarten uns, informiert der Kapitän über den Boardfunk. Und das, obwohl es schon fast 23 Uhr ist. Als wir am Flughafen Kuala Lumpur ankommen, fühlt es sich aber gar nicht mal so warm an. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren und lässt mir fast das Blut in den Adern gefrieren. Ich ziehe mir also lieber noch mal einen Pulli drüber. Und meinen dicken Winterschal habe ich natürlich auch bereits montiert. Für einen Moment fühle ich mich, als wäre ich zu Hause in der Schweiz. Das geht aber recht schnell wieder vorbei, denn hier ist so einiges anders als daheim. Trotzdem finde ich es hier ganz okay. Denn es ist ein echt schöner Flughafen, muss ich sagen. Und er bietet viele bequeme Sitzgelegenheiten, sodass man es sich richtig gemütlich machen kann. Dafür haben wir aber dieses Mal gar keine Zeit, denn unser Aufenthalt hier dauert nicht mal zwei Stunden. Das heißt: schnelle Pinkelpause, 4-5 Liter Wasser hinter die Binde kippen, noch mal aufs Klo und wieder ab in den nächsten Flieger.

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FLUG KUALA LUMPUR – PERTH

Gleiche Fluggesellschaft, gleicher Komfort. Es ist aber bereits nach Mitternacht und wir wollen sowieso nur noch schlafen. Dafür haben wir jetzt noch etwas mehr als fünf Stunden Zeit. Wir haben eine Dreierreihe ganz für uns alleine. Also belege ich zwei Plätze. Pam begnügt sich mit einem Sitz. Wir dösen ein bisschen vor uns hin. Es „schlafen“ zu nennen, wäre übertrieben. Kurz vor der Landung in Perth, werden wir dann sehr eindringlich auf die Einreisebestimmungen aufmerksam gemacht: keine Früchte, kein Fleisch, allgemein kein frisches Essen. Die Lindor-Kugeln, von denen noch ein paar übrig sind, kann man jedoch problemlos einführen. Wo, ist jedem selbst überlassen…
Vor der Landung wird die Kabine noch mit irgendwas eingesprüht. Das ist anscheinend Pflicht auf allen AirAsia Flügen. Aber keine Ahnung, was das für ein Zeug ist. Jedenfalls sollen wir unsere Augen bedecken und wenn möglich die Luft anhalten. Das Ganze dauert zum Glück nur knappe fünf Minuten – völlig easy. Besonders gesund kann das aber nicht sein.

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ANKUNFT PERTH

Wir landen in Perth um 5:30 Uhr morgens. Trotz der frühen Stunde, ist schon einiges los auf dem Flughafen: mit uns ca. 10 Leute. Die Zollkontrolle geht daher ziemlich zügig. Aber nachdem wir unsere großen Rucksäcke entgegengenommen haben, müssen wir uns in eine lange Schlange stellen, um unser Gepäck überprüfen zu lassen. Dies wird von einem ganz speziellen Flughafenmitarbeiter durchgeführt – einer Golden Retriever Hündin, deren Namen ich leider nicht mehr weiß. Sie beschnüffelt unsere Sachen auf verbotene Mitbringsel und Läckerli. Wenn sie ihr Okay gibt, oder besser gesagt, wenn sie keinen Laut von sich gibt, darf man einreisen.
Jetzt müssen wir erstmal was Frühstücken. Immerhin haben wir auf dem Flug weder Kaffee, noch etwas zu Essen bekommen. Wir setzen uns in ein nett aussehendes Café in der Ankunftshalle des Flughafen Perth und bestellen uns zwei Kaffee Latte, ein Sandwich für Pam – er schwört, es sei das Beste gewesen, was er jemals gegessen hat – und Banana Bread für mich. Auch bin begeistert. Ob es tatsächlich das Essen ist, das so gut schmeckt oder ob es an der ausgesprochen netten Bedienung liegt, die sich wirklich rührend um uns kümmert oder daran, dass wir endlich in Perth angekommen sind, das wissen wir beide nicht so genau. Wir haben es jedenfalls sehr genossen und machen uns danach gestärkt auf den Weg zu unserem neuen Zuhause für die nächsten Tage. Oder Wochen. Das wissen wir beide auch nicht so genau.
Wir wechseln noch kurz unsere übrig gebliebenen HK$ in AU$ um und bekommen von der Dame im Wechselbüro gleichzeitig eine ausführliche Beratung, wie wir am besten in die Stadt kommen.
Sie empfiehlt uns den Bus 380, der direkt vor dem Flughafengebäude abfährt. Das Ticket kann man direkt im Bus kaufen und kostet AU$ 4.60 für zwei Zonen. Das sind 3,20 € oder CHF 3.40. Im Preis inklusive ist ein wirklich extrem hilfsbereiter Busfahrer. Er erklärt uns liebend gerne in aller Ausführlichkeit, wo wir aus- bzw. umsteigen müssen, um nach Wembley zu gelangen. Die Schlange, die sich hinter uns bildet, hat damit anscheinend auch absolut kein Problem, denn alle Wartenden bekommen die gleiche Behandlung von ihm und freuen sich wahrscheinlich schon darauf. Ich fühle mich bestens aufgehoben hier und absolut willkommen. So willkommen, wie eigentlich noch in keinem anderen Land. Wir freuen uns auf die bevorstehenden drei Monate im Westen und womöglich auch im Süden Australiens. Bis dahin: Hooroo!

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