Unser erster Trip in Vietnam führt uns gleich mal zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes: Halong Bay. Und dank den guten Verkaufskünsten von “Holidays with Hanna” verbringen wir hier auch ganze zwei Nächte für 6.840.000 VND (280 € / CHF 300). Die erste Nacht an Bord der Golden Bay Cruise und die zweite im Monkey Island Resort. Klingt schon mal ganz gut. Nun aber zurück zum Anfang.

TAG 1

Nachdem wir die Nacht im Vietnam Backpackers Hostel Downtown Hanoi ohne Schlaf und mit einer beginnenden Unterkühlung, aufgrund der Klimaanlage im Zimmer, überstanden hatten, ging es morgens um 8 Uhr los. Die etwa 4-stündige Busfahrt von Hanoi in die Halong Bucht haben wir dann dazu genutzt, den fehlenden Schlaf nachzuholen. Was soll man auch sonst machen?

Nach etwa der Hälfte der Strecke haben wir den üblichen Verkaufstopp in einer Manufaktur eingelegt. Hier werden alle Touristen hin gekarrt. Es ist ein großer Raum, in dem alles mögliche verkauft und ausgestellt wird. Wie z.B. Stickbilder, für die zwei Arbeiter gute zwei Monate beschäftigt sind. Oder eine überraschend umfassende Auswahl an Vasen. Einige der fast lebensgroßen Vasen, hätten man uns sogar kostenlos nach Hause geschickt. Wir haben uns aber doch dagegen entschieden und haben brav weiter geschmökert. Nach einer halben Stunde Aufenthalt ging’s dann zum Glück weiter zum Fährenhafen.

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Als wir dort angekommen sind, mussten wir erstmal auf ein Tenderboot, um auf unser Schiff zu kommen. Allgemein sind wir während den drei Tagen in der Bucht so einige Male umgestiegen oder haben das Boot gewechselt. Aber dazu später mehr. Nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten, gab es auch schon Mittagessen und das Boot setzte sich in Bewegung. Die Halong Bucht ist ein rund 1.500 m2 großes Gebiet, in dem 1.969 Kalkfelsen teilweise mehrere hundert Meter aus dem Wasser ragen. Seit 1994 zählt die Bucht zum UNESCO Weltnaturerbe und ist eines der 7 Weltwunder der Natur. Und die Felsen sind auch echt beeindruckend. So etwas haben Angi und ich bis dahin noch nie gesehen. Kein Wunder also, dass so viele Touristen hierher kommen. Das sieht man schon alleine an der Anzahl der Schiffe. Wir bahnen uns nämlich mit gefühlt 1.000 anderen Schiffen unseren Weg tief in die Bucht hinein.

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Um zu unserem ersten Stopp, der Sung Sot Cave, oder auch Surprise Cave genannt, zu gelangen, mussten wir erneut auf ein Tenderboot umsteigen. Damit wären wir schon bei drei Booten. Zum Höhleneingang ging es ein paar Treppenstufen hinauf, bei denen man anstehen musste, da die vielen Touristen nicht alle gleichzeitig in die Höhle passten. Aber von dort oben hatte man auch eine tolle Aussicht auf die Felsen und den kleinen Hafen. Die Stalagmiten und Stalaktiten in der Höhle werden von farbigem Licht angestrahlt, um die Höhle interessanter zu machen. So sah es eigentlich ganz schön aus, allerdings ist es auch ein bisschen schade, dass sowas nötig ist, um es für Touristen attraktiv zu gestalten. Nach unserem Höhlenbesuch in Westaustralien finden wir es hier zwar ganz nett, aber es ist nicht zu vergleichen mit den Eindrücken in der Giants Cave. Also zum Ausgang und wieder auf’s Tenderboot.

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Wir sind gerade erst auf unserem Schiff angekommen, da geht es auch schon weiter auf ein anderes kleineres Boot zum zweiten Stopp: Titop Insel. Dort hatten wir die Qual der Wahl: schwimmen gehen oder den Titop Mountain besteigen. Wir entschieden uns fürs erneute Treppensteigen und wurden mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Natürlich mussten wir uns anfangs wieder durch die Massen von Touristen kämpfen, die alle ein Foto der Bucht machen wollten, aber nach ungefähr 20 Minuten war der erste Ansturm vorbei und wir waren für ein paar Minuten sogar fast alleine dort oben. Nach einer Stunde ging es mit dem kleinen Boot wieder zurück aufs Schiff, wo es auch bald Abendessen gab und dann das langersehnte Freibier!

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Da die Karaokemaschine kaputt war, durften sich die Gäste auch den ganzen Abend am Freibier versuchen. Es war so viel, dass wir sogar zum Frühstück am nächsten Morgen das ein oder andere Bier hätten trinken können. Angi und ich machen es uns mit einem Bier am Bug des Schiffes gemütlich und überblicken die vielen Lichter der anderen Boote in der Bucht. Genau in diesem Moment ist einfach alles perfekt. So lassen wir den Tag entspannt und zufrieden ausklingen.

TAG 2

Der Tag startete mit dem Besuch einer Austernfarm. Okay, eigentlich mit dem Frühstück. Aber das bestand aus zwei Eiern und zwei nicht getoasteten Toastscheiben und ist daher nicht relevant. Bei der Farm wurde uns erklärt, wie das mit den Perlen funktioniert. So ganz konnten wir der Frau aber nicht folgen. Anscheinend werden die Austern gezüchtet, dann wird ihnen etwas Perlenähnliches eingesetzt und nach ca. 18 Monaten kann man dann die Perle aus der Auster entnehmen. So ungefähr.

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Da wir die zweite Nacht nicht an Bord eines Schiffes sondern auf Monkey Island verbringen, haben wir unser Gepäck vor der Austernfarm schon auf ein anderes Schiff gebracht. Nun geht es mit einem weiteren kleinen Boot zurück zu diesem Schiff. Hier bleiben wir aber nicht lange, denn das ist ebenfalls ein Kreuzfahrtschiff. Wir checken daher ein paar Minuten später wieder aus und steigen auf ein Tagesboot um.

Damit machen wir uns auf den Weg zur Lan Ha Bucht, rund um die Cat Ba Insel. Hier ist es sehr viel weniger touristisch und wir genießen die Ruhe und die Aussicht.

Der Höhepunkt des Tages ist die Kajakfahrt durch die Bucht. Eine Dreiviertelstunde konnten wir eigenständig um die Felsen paddeln und an kleinen Ständen Halt machen. Angi und ich stellen uns ungewöhnlich gut an und bepaddeln daher einen großen Teil der Bucht. Das war wirklich super und die Ruhe, die zwischen den Felsen liegt ist wahrlich einmalig.

Der letzte Programmpunkt des Tages führte uns zu Monkey Island. Mit einem weiteren kleinen Boot landen wir am Strand. Hier trifft man, wie der Name schon sagt, des öfteren auf Affen. Wir haben auch ein paar entdeckt. Allerdings sind die Affen wild und daher nicht so gut auf Touristen zu sprechen. Sie fauchen und schreien sobald man sich ihnen nähert. Aber es ist schön zu sehen, dass sich noch nicht alles an die Massen von Touristen gewöhnt hat. Auch hier gibt es eine Art Berg und auch diesen sind wir hochgeklettert. Das Wörtchen “klettern” ist hier noch etwas untertrieben. Während man auf Titop Island Treppenstufen hatte, um zum Gipfel zu kommen, klettert man auf Monkey Island über spitze Steine und große Felsen. Mit nassen Flipflops war das ein bisschen heikel, aber wir haben’s überlebt.

Nach einer weiteren Stunde ging’s mit dem kleinen Boot wieder aufs Tagesschiff und von dort mit einem anderen kleinen Boot zum Monkey Island Resort auf der anderen Seite der Insel. Ich habe an dieser Stelle aufgehört zu zählen auf wie vielen Schiffen bzw. Booten wir uns mittlerweile aufgehalten haben. Aber das ist noch nicht das Ende.

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Das Resort ist sehr schön und recht klein. Nachdem wir unseren Bungalow bezogen haben, machen wir es uns am Strand gemütlich und lassen den Tag noch mal Revue passieren. Mit Blick aufs Meer und unter einem Palmenschirm kann uns selbst das trübe Wetter nichts ausmachen. Zum Abendessen gibt es ein Barbecuebuffet, was uns sehr zusagt, da wir ziemlich hungrig sind.

Zum Abschluss des Tages sind wir Zeugen eines traditionellen vietnamesischen Tanzes am Strand, bei dem man rhythmisch zur Musik über Bambusstäbe springen muss. Nach einer kurzen Einweisung dürfen sich auch die Touristen daran versuchen. Das war richtig witzig, wenn ich auch gemerkt habe, dass ich von Rhythmus anscheinend keinen blassen Schimmer habe. Auch diesen Tag lassen wir bei einem Bier am Strand ausklingen, diesmal aber im Schein eines Lagerfeuers.

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TAG 3

Am dritten Tag stand der Rückweg an. Wir haben unsere Sachen gepackt, auf ein kleines Boot gebracht, sind zu einem größeren Tagesschiff gefahren, haben dort ein paar Minuten verbracht, sind dann wieder auf ein anderes Boot umgestiegen, bis wir schließlich wieder auf einem der Kreuzfahrtschiffe der Golden Bay Cruise Company waren. Wie gesagt: keine Ahnung das wievielte Boot bzw. Schiff das am Schluss war, aber ich glaube wir haben jede Klasse oder Art von Schiff bzw. Boot in der Halong Bucht miterlebt. Ist auch ein Erlebnis.

Das Schiff fährt auf dem Rückweg zum Fährhafen an ein paar Floating Villages vorbei, das sind kleine Siedlungen, die mitten im Wasser errichtet wurden. Hier leben die Menschen weit außerhalb des Festlandes auf Bambusinseln in kleinen Blech- bzw. Bambushäusern. Viele der Einwohner wachsen hier auf und leben ihr gesamtes Leben ohne einmal das Festland zu betreten.

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Das letzte und wahrscheinlich absolute Highlight des ganzen Trips war der Kochkurs auf dem Schiff. Uns sollte gezeigt werden, wie man Sommerrollen macht. In großer Erwartung folgten wir dem “Koch” in den Speisesaal. Auf einem der Tische standen die Reisblätter und eine fertige Mischung für die Füllung schon bereit. Der Kochkurs bestand also daraus, die fertige Füllung auf dem Reispapier zu verteilen und dieses dann, welch Überraschung, einzurollen. Das konnte sogar ich, und ich bin jetzt nicht der Koch vor dem Herrn. Davon hatten wir uns ein wenig mehr erhofft. Aber ja, so kann’s halt auch kommen.

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Wieder im Hafen angekommen, waren wir damit beschäftigt unseren Reiseleiter davon zu überzeugen, dass wir bereits einen Transfer vom Hafen nach Ninh Binh gebucht haben. Er war sehr bemüht uns einen Platz in einem Bus zu besorgen und nach einer halben Stunde saßen wir dann auch tatsächlich im 18° Celsius kalten Bus auf dem Weg zu unserem nächsten Abenteuer.