Wir werden oft gefragt, wie man sich einen so langen Urlaub überhaupt leisten kann?! An dieser Stelle verdrehen sich bei uns schon ganz automatisch die Augen und wir müssen leider sofort dazwischen grätschen: wir sind nicht im Urlaub.
Die Reise, die wir machen, ist ein neuer Abschnitt unseres Lebens. Ein Abschnitt, bei dem man rumreist, die Welt sieht und auch immer wieder mit allerlei Arbeit zutun hat. Diese Arbeit kann ganz unterschiedliche Formen annehmen, aber noch können wir es uns nicht leisten, den ganzen Tag am Strand rumzuliegen und den Kopf auszuschalten. Und vielleicht wollen wir das auch gar nicht? Wir wollen mit dem Kopf im Hier und Jetzt sein und mit offenen Augen dieser Vollzeitreise begegnen.

Auch wir hatten Jobs, wie die meisten: Montag bis Freitag, 9 bis 18 Uhr. Oft ging es auch mal länger und war recht stressig. Die Arbeit an sich hat uns Spaß gemacht, aber es war das System bzw. der Alltag, der uns nicht mehr zugesagt hat. Warum freut man sich Montags schon auf den Freitag? Man genießt die Zeit unter der Woche kaum noch und lebt oftmals nur noch fürs Wochenende. Zwei Tage Freizeit waren uns einfach zu wenig. Warum sollte man die besten 8 Stunden des Tages mit der Arbeit verbringen? Warum kann man nicht einfach dann arbeiten, wenn man wirklich Lust hat und somit auch am produktivsten ist? Diese Fragen beschäftigen uns immer noch. Und darum haben wir beschlossen, die Antworten zu diesen Fragen zu finden. Und gleichzeitg für uns die beste Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu finden. Also den für uns passenden Alltag zu erschaffen. Wir haben uns entschieden zu Reisen und wollen wissen, ob und wie es möglich ist, Arbeit mit Reisen zu verbinden.

Für uns war von Anfang an immer klar, dass wir nicht nur Reisen sondern auch weiterhin Arbeiten wollen. Und das hat erstens viele Gründe und zweitens viele Facetten.

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DIGITAL

BLOG

Zum einen wäre da unser Blog. Das Leben als Blogger ist nicht gerade die gechillteste Art und Weise zu Reisen. Über alles, was wir erleben, wollen wir natürlich auch schreiben und berichten. Aber damit diese Artikel auch gelesen werden, sollte man am besten auch die sozialen Netzwerke nutzen. Daher sind wir täglich auf Facebook, Twitter, Instagram, Pinterestund seit neuestem auch auf YouTube unterwegs und zeigen auch hier, was uns im Moment so bewegt. Da nun schon ein paar Leute auf unseren Blog aufmerksam geworden sind, bauen wir zur Zeit Kooperationen auf, was ebenfalls Zeit und Energie kostet. Aber das ist eine Art von Arbeit, die uns unheimlich Spaß macht. Wir bleiben uns treu, schreiben und berichten so, wie wir es wollen und anderen Leuten gefällt das. Das ist ein tolles Gefühl! Noch steckt der Blog aber in den Kinderschuhen und wirft noch nicht so viel Geld ab, dass wir davon unsere Reise finanzieren können. Aber wir arbeiten dran. 

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DIGITAL/ANALOG

FREELANCE

Aber irgendwie müssen wir uns das ja trotzdem leisten können. Und das machen wir zur Zeit noch durch unsere Selbstständigkeit. Mit ein bisschen Arbeit hier und da, kann man die Kosten für so eine Reise gut wieder reinholen. Dadurch, dass beide von uns freiberuflich tätig sind, arbeiten wir auch ausschließlich für uns. So können wir entscheiden wie viele Freelancejobs wir annehmen möchten und wann wir arbeiten wollen. Das macht die Arbeit zum einen viel erträglicher und zum anderen geht man auch motivierter an die Sache ran. Und mal unter uns: in einem stylischen Café oder vor einer traumhaften Strandkulisse zu arbeiten ist nun wirklich nicht das Schlechteste, was man sich vorstellen kann. 

Aber mit der Zeit haben wir rausgefunden, dass man nicht gleich digital oder online arbeiten muss, um als Freelancer zu gelten. Oftmals werden einem vor Ort sehr viele Möglichkeiten geboten projektbezogen an etwas mitzuarbeiten. Oder aber man findet auf gewissen Jobplattformen analoge Projekte, bei denen man helfen kann. So hat sich unser Horizont was den Bereich Freelance angeht enorm vergrößert. Für uns ist klar: wir brauchen die Mischung aus digitalem und analogem Freelancen. Beides hat seine Vor- und Nachteile, aber beides macht sehr viel Spaß. Zudem lernt man durch das analoge Freelancen noch viel eher seinen derzeitigen Aufenthaltsort und die Menschen davon kennen.

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ANALOG

KOST & LOGIS

Wir haben wir uns zudem dazu entschlossen, möglichst in jedem Land, das wir bereisen mindestens einmal gegen Kost & Logis zu arbeiten. So bekommen wir zwar kein Geld, können uns aber eine Unterkunft und das Geld für Essen sparen. Außerdem lernen wir viele unterschiedliche Jobs, Arbeitsmodelle und Fähigkeiten kennen, die wir wahrscheinlich sonst nie erleben würden. Wir probieren einfach alles mal aus, um hoffentlich herauszufinden, womit wir uns am wohlsten fühlen. Es geht hierbei aber auch nicht nur um die Arbeit, sondern auch um die Menschen. Sie ermöglichen uns das lokale Leben kennenzulernen und Teil einer Gemeinschaft zu werden. Dieses Gefühl gibt einem mehr zurück als es Geld jemals könnte.

LUCKY BAY BREWING: BIERBRAUEN IN AUSTRALIEN (HEADER)

Und so können wir auf die vielen Fragen, wie man sich so einen langen Urlaub überhaupt leisten kann, nur antworten: es ist kein Urlaub. Es ist eine Vollzeitreise, die das Reisen und Arbeiten miteinander verbindet. Wir sind gerade jetzt dabei uns einen Alltag zu schaffen, der uns Spaß macht und uns täglich bereichert. Und das sind doch die besten Aussichten, die man haben könnte.