Viele träumen davon, mit dem Fahrzeug durch Australien zu reisen. Wer kann es ihnen verübeln? Wir denken ja genau so. Auch wir wollen die Freiheit und Flexibilität haben, überall hin zu fahren, wann uns gerade danach ist. Für kurze Reisen von ein paar Wochen empfiehlt sich ein Mietwagen. Man spart sich damit den Such- und Papier-Aufwand eines Autokaufs und hat bestenfalls die Sicherheit einer Top-Versicherung ohne Selbstbehalt. Doch das kommt für uns nicht in Frage, denn wir reisen ja viel länger durchs Land. Daher widmet sich dieser Artikel dem Autokauf. Bereits ab einer Aufenthaltsdauer von etwa zwei Monaten, kann es sich lohnen, ein Auto zu kaufen in Australien. Vor allem, wenn man das Fahrzeug bei Abreise wieder zu einem guten Preis weiterverkaufen kann. Das Risiko eines Wertverlustes durch beispielsweise einen Unfall besteht natürlich – das kann einen dann sehr teuer zu stehen kommen. Allerdings kann man dem mit einer guten Versicherung weitestgehend entgegen wirken.

Hier eine Übersicht der folgenden Punkte:

Wie man sich fast schon denken kann: Pam und ich haben uns in Perth ein Auto gekauft. Und zwar nicht irgendeins, sondern eins mit dem Namen „Nobody“. Nobody ist ein zum Campervan ausgebauter Kia Pregio aus dem Jahre 2003. In seinem früheren Leben hat er wohl mal als Malerwagen gedient, wie die weissen Farbkleckse im Innenraum unschwer vermuten lassen. Trotz ein paar kleinen Macken und weissen Flecken, sind wir zufrieden mit Nobody. Und mit der brandneuen Lichtmaschine, die wir haben einbauen lassen, springt er jetzt auch jedes Mal ganz zuverlässig an. Ausserdem lässt er uns immer dort schlafen, wo wir wollen. Was will man mehr? Okay, jeder hat seine eigenen Vorstellungen, was das perfekte Gefährt für die Australienreise angeht. Darum sollte man die verschiedenen Fahrzeugtypen erstmal vergleichen und entscheiden, was für einen das Beste ist.

DIE VERSCHIEDENEN FAHRZEUGTYPEN

Da ich ein kleiner Angsthase bin und Schiss habe in Australien im Zelt zu schlafen, kommen für uns nur Autos in Frage, die genug Platz bieten, um darin zu schlafen. Bei den vielen giftigen Tieren, die sich in Down Under rumtreiben, ist das aber ja auch verständlich. Da ist das geschlossene Auto um einiges sicherer – oder fühlt sich zumindest so an. Jedenfalls, hier eine Auswahl der am meistverbreiteten Fahrzeugtypen sowie deren Vor- und Nachteile:

KOMBI MIT SCHLAFMÖGLICHKEIT (STATION WAGON)

Vorteile

  • Preis – Ist eine der günstigsten Varianten sowohl in der Anschaffung als auch im Spritverbrauch.
  • Wendigkeit – Der Wagen fährt sich am ehesten wie ein normales Auto und ist somit zügig und agil auf der Strasse.
  • Parkplatz – Das Parken ist überall möglich, auch in kleineren Parklücken – wobei die Parkplätze in Australien allgemein eher grosszügig sind.
  • Aussehen – Wenn man einen unauffälligen Sichtschutz anbringt, wie z.B. ein Mückennetz, sieht das Auto von aussen nicht wie ein Campervan aus, man kann damit also leicht irgendwo parken und schlafen.

Nachteile

  • Stauraum – Je nachdem wie gross der Kombi ausfällt, hat man sehr wenig Stauraum für sein Gepäck und die ganze Camping-Ausrüstung.
  • Wohnraum – Man kann sich ausser zum Schlafen, nur bedingt im Auto aufhalten.
  • Schlafplatz – Je nach Grösse kann es in der Länge knapp werden, ausserdem ist der Kopfraum meist relativ eng.

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 ALLRADFAHRZEUG MIT SCHLAFMÖGLICHKEIT (4WD)

Vorteile

  • Flexibilität – Fast alle Strassen sind damit befahrbar und man kann die unberührte Natur Australiens bestens erkunden.
  • Wendigkeit – Der Wagen fährt sich sehr gut und ist wendig auf der Strasse.
  • Camping  – Die wohl allerschönsten Campingplätze befinden sich an Stränden, die nur mit 4WD (Allradantrieb) zu erreichen sind.
  • Abenteuer – Bietet das „wahre Aussie-Gefühl“ und man kommt damit an unberührte Orte, die man sonst nicht zu sehen bekommt.

Nachteile

  • Preis – Ist recht teuer in der Anschaffung und auch der Spritverbrauch ist relativ hoch.
  • Schlafplatz – Der Schlafplatz im Auto ist oftmals ziemlich knapp.
  • Stauraum – Falls kein zusätzlicher Dachträger angebracht ist, ist der Platz etwa ähnlich bescheiden wie bei einem Kombi.
  • Aussehen – Man sieht meistens von weitem, dass es sich um einen Backpacker-4WD handelt, was es schwieriger macht, einfach irgendwo unauffällig zu parken und schlafen.

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 CAMPERVAN

Vorteile

  • Schlafplatz – Sehr komfortable, bequeme Übernachtung im Bus, mit genügend Bein- und Kopfraum.
  • Stauraum – Bietet oft grosszügigen Stauraum unter dem Bett.
  • Wohnraum – Je nach Aufteilung ist ein bisschen Wohnraum vorhanden und kann auch mal im Van Zeit verbringen. Mit Hochdach oder Pop-up-Dach kann man sogar drinnen stehen.
  • Aussehen – Das kommt sehr aufs Äussere an: wenn der Campervan z.B. wie Nobody ein umgebauter Malerwagen und somit ziemlich unauffällig ist, ist es relativ unproblematisch irgendwo zu parken und schlafen.
  • Angebot – Es gibt ziemlich viele Campervans auf dem Markt, somit sind die Preise oft verhandelbar

Nachteile

  • Preis – Ist in der Anschaffung teurer als günstige Kombis und der Spritverbrauch ist höher.
  • Wendigkeit – Der Wagen ist langsamer unterwegs auf der Strasse und weniger wendig.
  • Abenteuer – Man kann damit nur bedingt ungeteerte Strassen befahren
  • Parkplatz – Ist schwieriger zu parken, als ein kleineres Auto. Aber mit ein bisschen Übung, geht es trotzdem ganz gut.
  • Aussehen – Campervans können je nach äusserer Erscheinung auch sehr auffällig sein, z.B. solche mit Pop-up Dach.

AUTOKAUF AUSTRALIEN (BLOG)

WOHNMOBIL

Vorteile

  • Ausstattung – Bietet sehr komfortables Reisen mit WC/Dusche und Kühlschrank.
  • Wohnraum – Es ist viel Platz vorhanden. Man hat meistens einen Tisch zum Sitzen und oft kann man auch drinnen stehen.
  • Stauraum – Es gibt grosszügigen Stauraum.
  • Schlafplatz – Man hat ein normal grosses Bett zum Schlafen.

Nachteile

  • Preis – Der Anschaffungspreis sowie der Spritverbrauch sind sehr hoch.
  • Wendigkeit – Der Wagen fährt sich nicht so schnell und ist nicht so wendig auf der Strasse.
  • Parkplatz – Auf Grund der Größe, kann es schwierig sein in Großstädten einen Parkplatz zu finden.
  • Aussehen – Man muss damit meist auf Campingplätze, da es zu auffällig ist, irgendwo zu parken und schlafen.
  • Abenteuer – Ist nur für asphaltierte Straßen geeignet.

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DIE SUCHE NACH DEM TRAUM-FAHRZEUG

Sobald man sich für einen Fahrzeugtypen entschieden hat, kann die eigentliche Suche beginnen. Von der Heimat aus kann man sich schon mal einen Überblick über die Angebote verschaffen und allenfalls schon ein paar Anbieter anschreiben. Wir haben jedoch erst nach Ankunft in Perth angefangen zu suchen. Wir hatten keinen Stress, weil wir bei Pam’s Tante unterkommen konnten. Trotzdem ging unser Autokauf sehr schnell von statten. Wir haben zwei bis drei Tage die Inserate durchforstet, um ein Gefühl für den Markt und die Angebote zu bekommen. Nachdem wir dann zwei Campervans besichtigt haben, war die Entscheidung klar: Nobody war perfekt für uns.

Dank Internet ist die Suche eigentlich relativ einfach: online findet man viele Gruppen, Foren und Seiten mit allerlei Angeboten. Zum Beispiel gibt es auf Facebook unzählige Gruppen, denen man problemlos beitreten kann. Darauf findet man nicht nur hilfreiche Tipps und Tricks von anderen Reisenden, was das Kampieren, die Sehenswürdigkeiten oder das Reisen an sich angeht, sondern oft auch Auto-Inserat. Der Vorteil ein Backpacker-Auto zu kaufen ist sicherlich, dass die Fahrzeuge für den Gebrauch auf den australischen Strassen gut ausgestattet sind und meistens über jegliches Zubehör, wie z.B. Tisch, Stühle, Camping-Kocher usw., verfügen.

Facebook-Gruppen

Hier eine Auswahl an Facebook-Gruppen in Australien, denen man beitreten sollte:

Webseiten

Daneben gibt es viele Webseiten, auf denen Autos ausgeschrieben werden. Man findet darauf neben privaten auch gewerbliche Angebote. Autos, die man bei einem Händler kauft, sind zwar meistens teurer, aber bieten dafür teilweise Garantien für eine gewissen Dauer.

Hier eine Auswahl an Webseiten, die man sich mal anschauen sollte:

  • Gumtree ist so etwas wie das australische Pendant zu eBay Kleinanzeigen in Deutschland oder Ricardo in der Schweiz. Die Leute verkaufen darauf so ziemlich alles, was man sich vorstellen kann. Wir haben darüber neben unserem Auto auch einen Camping-Kühlschrank gekauft. Und das zu einem Bruchteil des Preises, was das Ding im Laden gekostet hätte.
  • Auf Carsguide findet man gewerbliche sowie private Angebote und Zeitungsannoncen. Es ist vergleichbar mit mobile.de in Deutschland oder Autoscout24 in der Schweiz. Die Seiten CarpointCarsales und Drive sind ebenfalls nach diesem Schema aufgebaut.
  • Tradingpost ist ebenfalls eine Seite mit Anzeigen sowohl von Händler als auch von Privatanbietern.
  • Eine speziell an Backpacker gerichtete Webseite, ist die Cars4Backpackers. Die Seite wird von Travellers AutoBarn, dem ersten australischen Autohändler für Backpacker, verwaltet. Hier bieten auch Reisende ihre Fahrzeuge zum Verkauf an. Für die, die ihr Auto auf dem Sydney Travellers Car Market ausstellen, ist das Inserieren kostenlos. Das Gute an dieser Seite ist, dass man sich bereits von Deutschland aus mit Hilfe einer Kaution einen Wagen reservieren kann.
  • Auf dem Forum von Globetrotter inserieren vor allem schweizer Reisende ihre Fahrzeuge. Das kann die Abwicklung der Bezahlung etwas vereinfachen.

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DIE INSERATE RICHTIG VERSTEHEN

Bereits beim Lesen der Inserate, kann man viele aussortieren. Hierbei sollte man vor allem auf folgende Punkte achten:

  • Alter – Achtung bei Autos, die älter als 20 Jahre alt sind: Australien ist ein riesiges Land und die Autos haben nach ein paar Jahren schon unglaublich viel auf dem Buckel.
  • Kilometerstand – Um die 200.000 bis 300.000 km sind in Australien für ein älteres Fahrzeug völlig normal. Natürlich gilt: umso tiefer der Kilometerstand, desto besser lässt sich das Auto am Ende der Reise wieder verkaufen.
  • Rego – Wie lange ist der Rego noch bezahlt? Von Vorteil ist ausserdem, wenn das Auto in Western Australia (WA) registriert ist. Mehr dazu weiter unten im Text.
  • Fotos – Sind viele Fotos vorhanden? Umso besser kann man sich ein Bild des Zustands machen. Aber Achtung, Fotos können auch täuschen.
  • Ausstattung – Wie ist das Fahrzeug ausgestattet? Bestenfalls sollte vorhanden sein: Matratze, Decke, Kissen, Tisch, Stühle, Camping-Kocher, Geschirr, Besteck, evtl. Gasflasche und Vorhänge.
  • Servicebuch – Wurde der Service regelmässig durchgeführt? Was für Reparaturen wurden in den letzten Jahren getätigt? Ist das Öl ordnungsgemäss gewechselt worden? Und vor allem: sind Nachweise davon vorhanden?
  • Weitere Informationen – Steht mehr zur Person, die das Auto verkauft? Wie lange war es in dessen Besitz? Wie und wie lange wurde das Auto zuletzt genutzt und wieso wird das Auto verkauft?

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DIE BESICHTIGUNG DER FAHRZEUGE

Ganz wichtig: man sollte sich nicht vom coolen Aussehen oder der schönen Ausstattung blenden lassen. Ja, sogar dann nicht, wenn es ein süsser, restaurierter, mintgrüner VW Bus ist. Leider. Denn da haben wir schon das erste Problem: in Australien sollte man auf europäische Automarken verzichten. Die Ersatzteile dafür sind zu teuer. Empfehlenswerter ist es, sich ein asiatisches Auto anzuschaffen, denn die sind in Australien weit verbreitet und man kommt leichter und günstiger an Ersatzteile.

Natürlich kann man nicht alle Fehler und Macken bei der Besichtigung erkennen und es kann danach immer Überraschungen geben. Aber wenn man sich an folgende grundlegende Fragen hält, bekommt man ein ziemlich gutes Gefühl, in welchem Zustand sich das Fahrzeug befindet. Wir haben vor unseren Besichtigungen ein wenig recherchiert und die Punkte zusammengefasst:

Was am Auto zu checken ist

  • Türen/Motorhaube – Lassen sich Türen, Kofferraum und Motorhaube einfach und vollständig öffnen und schließen?
  • Schäden/Rost – Sind Lackschäden und eventuelle Roststellen vorhanden?
  • Fahrzeugboden – Befindet sich der Fahrzeugboden in einem annehmbaren Zustand? Ölspuren und Schweißarbeiten sind kein gutes Zeichen.
  • Scheiben – Sind die Scheiben frei von Rissen? Achtung wegen Glasbruch.
  • Reifen – Haben die Reifen noch genügend Profil? Wie alt sind sie? Sind sie gleichmäßig abgefahren? Eine seitliche Abnutzung ist ein Anzeichen dafür, dass die Spur verstellt ist. Sind sonst irgendwelche offensichtliche Schäden an den Reifen zu erkennen, wie z.B. Beulen, Risse etc.?
  • Auspuff – Ist die Auspuffanlage stabil und unbeschädigt?
  • Stossdämpfer – Sind die Stossdämpfer in Ordnung und frei von Öl? Beim Stützen auf die Stossdämpfer sollten keine Knackgeräusche hörbar sein.
  • Radaufhängung – Zeigt sich beim Anfassen und Rütteln der Vorderräder Spiel? Das wäre ein Zeichen dafür, dass die Radaufhängung beschädigt ist.
  • Flüssigkeiten – Verliert der Wagen Flüssigkeiten? Vor und nach der Probefahrt überprüfen, ob unter dem Fahrzeug oder im Motorraum feuchte Stellen zu sehen sind. Kühlwasserstand und Zustand der Flüssigkeit prüfen (sind Rost oder Ablagerungen sichtbar?).
  • Öl – Ist der Ölstand in Ordnung? Wann wurde der letzte Ölwechsel durchgeführt? Das Öl sollte bei älteren Fahrzeugen alle 10.000 km gewechselt werden. Im Öldeckel sollten keine Ablagerungen wie Schaum oder Schleim zu finden sein.
  • Bremsen – Sehen die Bremsscheiben in Ordnung aus? Ist das Bremsprofil mindestens noch 5 mm dick? Ist ausreichend Bremsflüssigkeit vorhanden?
  • Handbremse – Ist die Handbremse funktionstüchtig? Sie sollte nicht zu weit anzuziehen sein, was aber bei älteren Autos oft der Fall ist.
  • Motorraum – Sind alle Schläuche im Motorraum unbeschädigt?
  • Ersatzrad – Ist ein funktionstüchtiges Ersatzrad vorhanden? Und sind Wagenheber und Radmutter-Schlüssel vorhanden?
  • Innenraum – Ist Feuchtigkeit oder Schimmel ersichtlich im Auto?
  • Durchlüftung – Kann das Auto gut durchlüftet werden? Gibt es Fenster, die man öffnen kann? Ansonsten kann es sehr heiss werden zum Schlafen.x

Nach der Kontrolle sollte immer auf eine Probefahrt bestanden werden, da sich hierbei weitere wichtige Dinge überprüfen lassen.

Was bei der Probefahrt zu beachten ist

  • Starten – Lässt sich das Auto direkt beim ersten Mal ohne Probleme starten? Die Drehzahl im Stand sollte unter 1000 nm liegen.
  • Motor – Läuft der Motor rund und macht keine auffälligen Geräusche? Ist er ausserdem in allen Gängen voll funktionstüchtig? Arbeitet er auch bei höheren Geschwindigkeiten makellos und sind keine auffälligen Geräusche zu verzeichnen? Da am besten auch mal etwas mit dem Gas spielen, also Beschleunigen und dann vom Gas gehen. Bleibt die Temperatur im Normalbereich? Da am besten den Kühlwasserstand prüfen.
  • Kontrollleuchten – Gehen alle Warn- und Kontrollleuchten ein paar Sekunden nach dem Anlassen des Motors wieder aus?
  • Auspuff – Tritt schwarzer oder blauer Rauch aus?
  • Lenkrad – Liegt das Lenkrad fest in der Hand und schlägt beim Geradeausfahren sowie beim kräftigen Bremsen nicht aus? Das Auto muss die Spur halten.
  • Bremsen – Wie gut sind die Bremsen? Am besten mal eine Vollbremsung ausprobieren. Wird beim Bremsen die Spur gehalten? Ausserdem sollte kein Pulsieren des Bremspedals spürbar sein.
  • Getriebe – Ist das Getriebe voll funktionstüchtig? Bekommt man alle Gänge gut rein?
  • Scheibenwischer – Funktionieren die Scheibenwischer?
  • Lichter – Funktionieren alle Lichter? Auch die Innenbeleuchtung, Bremslichter und Fernlicht?
  • Hupe – Ist die Hupe funktionstüchtig?
  • Heizung/Klimaanlage – Funktionieren Heizung, Gebläse und Klimaanlage, falls vorhanden?
  • Radio/Lautsprecher – Funktionieren Radio und Lautsprecher? Wie ist die Ausstattung?
  • Fenster/Spiegel – Lassen sich Fensterheber, Innen- und Außenspiegel problemlos betätigen?
  • Sicherheitsgurte – Sind alle Gurte zu 100 % funktionstüchtig? In Australien muss man sonst mit saftigen Bussen rechnen.
  • Sitze – Sind Fahrer- und Beifahrersitz verstellbar? Wie ist der Zustand der Sitzbezüge?

Soweit so gut. Wenn man ein Fahrzeug gefunden hat, das einem nicht nur gut gefällt, sondern welches sich scheinbar auch in einem gutem Zustand befindet, geht es weiter zum nächsten Schritt.

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DAS PRÜFEN DER VEHICLE IDENTIFICATION NUMBER (VIN)

Liebäugelt man mit einem Auto, empfiehlt es sich, vor der finalen Entscheidung, die VIN (Vehicle Identification Number) zu prüfen. Das kann man ganz leicht und relativ günstig online machen. Wir haben dafür CheckVIN.com.au genutzt und AU$ 9.90 bezahlt. Das sind umgerechnet 7,18 € / CHF 7.60. Man trägt einfach diese sogenannte VIN ein und bekommt eine Übersicht, ob es sich womöglich um einen Unfallwagen oder sogar ein gestohlenes Fahrzeug handelt. Für ein Zusatzentgelt kann man auch den Kilometerstand überprüfen.

Wenn mit der VIN alles in Ordnung ist, kann man das Auto dann unbedenklich kaufen.

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DIE FORMALITÄTEN BEIM KAUF

Bezahlt wird meistens Cash-Kralle. Aber das bespricht man am besten direkt mit dem Verkäufer. Wir beispielsweise haben das Auto von einem deutschen Backpacker gekauft und konnten das Geld direkt von unserem deutschen auf sein deutsches Konto überweisen.

Beim „Department of Transport“ (Verkehrsamt) gibt es ein Formular für den Halterwechsel, welches zusammen mit dem Verkäufer ausgefüllt werden muss. Jede Partei erhält schließlich einen Teil des doppellagigen Formulars. Zusätzlich sollte ein schriftlicher Kaufvertrag aufgesetzt werden. Der Kaufvertrag unterliegt keinen bestimmten Formvorschriften, sollte jedoch mindestens folgende Punkte enthalten:

  • Name und Unterschrift des Verkäufers
  • Name und Unterschrift des Käufers
  • Datum des Kaufs
  • Verkaufspreis
  • Fahrzeugtyp und Farbe
  • Kilometerstand
  • VIN (Vehicle Identification Number)
  • Engine Number

Um nachzuweisen, dass er das Auto verkauft hat, sendet der Verkäufer seinen Teil des ausgefüllten Formulars an das für ihn zuständige Verkehrsamt. Der Käufer geht am besten einfach mit dem Formular, Reisepass und Führerschein zum nächstgelegenen „Department of Transport“. Wie wahrscheinlich sonst überall auch, empfiehlt es sich, dort am Morgen direkt nach der Öffnung aufzukreuzen, damit man nicht so lange warten muss.

Hinweis: Das Fahrzeug muss innerhalb von 14 Tagen nach dem Kauf umgemeldet werden.

Hier eine Auflistung der offiziellen Webseiten der Verkehrsämter aller Staaten:

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DIE KOSTEN FÜR DEN HALTERWECHSEL (STAMP DUTY)

Es wird eine sogenannte „Stamp Duty“ fällig. Diese liegt je nach Bundesland zwischen ca. 3% und 6% des Kaufpreises. Aus diesem Grund wird auf dem Verkaufsformular oftmals ein niedrigerer Verkaufspreis angeben, als der Realpreis tatsächlich ist. Hierbei ist gegenseitiges Vertrauen natürlich oberstes Gebot.

Uns hat die reine Ummeldung AU$ 43.85 gekostet, also ca. 31,70 € / CHF 33.80.

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DIE REGISTRIERUNG DES FAHRZEUGES (REGO)

Rego ist die Registrierung, in der automatisch eine sogenannte „Third Party Personal Insurance“ inbegriffen ist. Es handelt sich um eine Haftpflichtversicherung, die alle durch einen Unfall verursachten Personenschäden abdeckt. Wechselt der Besitzer, so überträgt sie sich auf den neuen Eigentümer.

In jedem Bundesstaat gibt es bezüglich des Autokaufs andere Gesetze. In Westaustralien ist der Erwerb eines Fahrzeugs relativ unkompliziert, da man ohne große Schwierigkeiten das Auto registrieren lassen kann. Sofern man die Rego nie ablaufen lässt. Denn sonst muss man hier zum TÜV und das macht das Ganze nicht nur unnötig kompliziert, sondern verursacht auch noch unerwartete Kosten. Daher gilt: Rego immer rechtzeitig verlängern!

In Westaustralien kann man das online machen. Oder wenn man vor Ort ist, direkt beim „Department of Transport“, zusammen mit der Ummeldung.

Eine Registrierung läuft zwischen 3 und 12 Monaten. Die Kosten für die Rego sind abhängig vom Fahrzeugtyp und Staat. Für unseren Kia Pregio zahlen wir pro Jahr AU$ 768.25, also um die 550 € / CHF 590.

Auch der Verkauf ist mit einer Rego in WA sehr unkompliziert, da man das Fahrzeug in allen Bundesstaaten wieder problemlos verkaufen und sich ein neuer Besitzer anmelden kann.

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DIE STRASSENTAUGLICHKEIT (ROADWORTHY CERTIFICATE)

Wie bereits gesagt, gibt es in WA sowie auch in SA keinen obligatorischen Sicherheitscheck (Roadworthy Certificat). In den anderen Bundesstaaten, wie beispielsweise in Victoria, New South Wales oder im Northern Territory ist das obligatorisch. Für den Käufer hat das den Vorteil, dass das Fahrzeug geprüft und somit fahrtauglich ist. Oft sind die Preise der Fahrzeuge aber dafür etwas teurer, weil der Sicherheitscheck mit eingerechnet wird.

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DIE EMPFEHLENSWERTEN VERSICHERUNGEN

Haftpflichtversicherung (Third Party Insurance)

Die Autoversicherung in Australien ist anders geregelt als die in Deutschland, der Schweiz oder in Österreich. Wie oben bereits erklärt, ist eine Haftpflichtversicherung für Personenschäden bei Unfällen bereits in der Rego inbegriffen. Es ist jedem freigestellt, ob er zusätzlich noch eine „Third Party Property Insurance“ abschliessen möchte, die für verursachte Materialschäden aufkommt. Ausserdem ist man damit abgesichert, wenn jemand anderes keine Versicherung hat und nicht für den Schaden am eigenen Fahrzeug aufkommen kann.

Und dann gibt es noch die „Third Party Fire and Theft Insurance“, welche zusätzlich noch Diebstahl und Feuerschäden mitversichert. Wir haben uns für diese entschieden, da es hier anscheinend nicht selten vorkommt, dass ein Auto plötzlich abhanden kommt oder durch ein Buschfeuer zerstört wird. Sicherheit geht vor. Wir haben uns für RAC als Versicherer entschieden. Sie sind australienweit vertreten und bieten einen guten Versicherungsschutz.

Pannenhilfe (Roadside Assistance)

Die australische Version des ADAC in Deutschland oder der TCS in der Schweiz, heisst RAC, bzw. NRMA. Wir sind bei RAC versichert und haben das gleich mit dazu abgeschlossen. Und uns kam es auch schon zu Gute, als unsere Lichtmaschine kaputt war. RAC kam dann kostenlos zweimal vorbei. Einmal um sich unser Auto anzuschauen und zu begutachten, was kaputt ist und das zweite Mal um unser Auto in die nächste RAC-Garage abzuschleppen.

Zusätzlich bekommt man als RAC-Mitglied automatisch eine Kundenkarte, mit der man bei vielen Tankstellen 4 Cent pro Liter spart und günstiger an Kinotickets kommt. Die Kinotickets haben uns überzeugt.
Wir haben bei RAC für ein Jahr für die „Third Party Fire and Theft Insurance“ sowie „Roadside Assistance“ AU$ 478.93 bezahlt, also etwa 345 € / CHF 370.

Kasko-Versicherung (Comprehensive Car Insurance)

Natürlich gibt es in Australien auch eine Kasko-Versicherung. Den Touristen wird davon aber meist abgeraten, weil die Autos oft ziemlich alt sind und sich eine solche Versicherung dafür nicht mehr lohnt.