Heute vor genau 6 Monaten haben wir in der Schweiz unsere letzten Sachen gepackt, haben uns von unseren Familien und Freunden verabschiedet und sind in die große weite Welt hinausgezogen. Vor 6 Monaten sah die Welt nämlich noch viel kleiner aus. Und heute können wir auf ganz besondere Begegnungen, wunderschöne Erlebnisse und atemberaubende Landschaften zurückblicken. Und wir sind nur ein halbes Jahr unterwegs. Zur Feier des Tages oder besser des Anlasses, haben wir Meli und Flo von Storyflow gebeten uns 6 Fragen zu unseren letzten Monaten zu stellen. Und diese haben wir natürlich auch ganz brav und unabhängig voneinander beantwortet. Hier gibt’s unseren Senf:

GAB ES FÜR DICH EINE SITUATION, BEI DER DU AN DEINE GRENZEN GESTOSSEN BIST?

Pam: Ja, aber nicht nur eine. Aber die krasseste bis jetzt war wohl die eine Nacht in Westaustralien. Wir waren gerade auf dem Weg von Carnarvon nach Coral Bay im Norden von Westaustralien. Die Temperaturen lagen weit über 40° Celsius und die Anzahl der Fliegen hat Ausmaße angenommen, wie ich es noch nie in meinem Leben gesehen habe. Es war nachts gegen 23 Uhr, der Motor unseres Campervans war überhitzt und wir mussten den nächsten Rastplatz anfahren. Die Hitze des Motors in Kombination mit einer Außentemperatur von 34° Celsius ergaben die Temperaturen wie sie sonst wohl nur in einem Hochofen vorkommen. An Schlaf war nicht zu denken. Also saßen Angi und ich auf knapp einem Quadratmeter zusammengekauert in unserem Van, triefend vor Schweiß und tranken ein Glas Wein nach dem anderen. Nachdem wir ungefähr 5 Stunden damit verbracht hatten, wollten wir bei den ersten Sonnenstrahlen weiterziehen. Leider mussten wir morgens erstmal Kühlwasser nachfüllen und da überfielen uns Millionen von Fliegen, die einem in Nase, Mund, Ohren und Augen flogen. Mit einer Hand das Kühlwasser nachfüllend und mit der anderen die Fliegen von mir haltend versuchte ich einfach nur Ruhe zu bewahren. Aber spätestens wenn einem die Fliegen unter das Fliegennetz und ans Gesicht fliegen rastet man völlig aus. Da merkte ich zum ersten Mal wie hilflos man eigentlich der Natur ausgeliefert sein kann. Und das waren nur Fliegen…

Angi: Oh, da gab es einige. Aber um mal nur eine davon zu nennen: der Versuch in Australien’s Hitze zu schlafen. Da bin ich definitiv an meine Grenzen gestossen. Stell dir vor, es sind 45 Grad. Okay, nachts kühlt es vielleicht so auf 34 Grad runter, wenn man Glück hat. Was aber trotzdem noch verdammt heiss ist. Und dann liegst du in einem Campervan, der eigentlich gar kein richtiger Campervan ist, sondern eher eine Metallbüchse, natürlich ohne Fenster. Du schwitzt am ganzen Körper und kannst kaum atmen. Und so versuchst du dann einzuschlafen. Ich sage dir, es geht einfach nicht. Aber ein Gutes hat es, dass Pam und ich so gut wie die ganze Nacht wach waren. So konnten wir am nächsten Morgen wenigstens den Sonnenaufgang geniessen. Sowas kommt bei uns nicht oft vor.

WELCHE BEGEGNUNGEN MIT EINHEIMISCHEN IST DIR AM MEISTEN GEBLIEBEN?

Pam: Diesmal in Vietnam. Wir waren in Dalat in einem süßen kleinen Hostel. Nur hier war zusätzlich zum Frühstück auch das Abendessen im Preis inklusive. So kamen Angi und ich morgens und abends mit den anderen Reisenden und den Hostelmitarbeitern in Kontakt. An unserem letzten Abend, als die anderen Reisenden ins Bett gegangen waren, haben wir uns noch ausführlich mit zwei Angestellten unterhalten und Reiswein getrunken. Ich habe dabei so viel über das Land, die Menschen und die Denkweise kennengelernt, wie nie zuvor. Es war hochinteressant, aber gleichzeitig sehr schade, dass es am letzten Abend passiert ist.

Angi: Das war wohl auch in Australien. Ich war überwältigt, wie zuvorkommend und hilfsbereit die Australier sind. Manchmal ist auch nur eine kleine Geste, die einem in dem Moment aber so viel bedeutet. So wird dir z.B. von einem Aussie jedes Mal ein Bier ausgegeben, wenn du ohne Bier in der Hand neben ihm an einem der unzähligen öffentlichen Barbecues seht. Wie toll ist das bitte? Immerhin ist Bier in Australien alles andere als günstig. Und wenn man sich dann bedankt, kommt nur ein „no worries, mate“.

Unser erstes gemeinsames Bild der Reise (in Hong Kong)

Unser erstes gemeinsames Bild der Reise (in Hong Kong)

WENN DU EINEM REISENEULING EINEN TIPP MIT AUF DEN WEG GEBEN SOLLST, WIE WÜRDE DER LAUTEN?

Pam: Mache dir nicht so viele Gedanken! Nimm die Reise so, wie sie kommt. Man kann nur zu einem gewissen Grad planen. Alles andere passiert spontan. Und wenn mal etwas nicht so klappt, wie du es dir vorstellst, dann passiert stattdessen etwas ganz anderes und das ist meistens noch viel besser. Alles passiert aus einem Grund. Und wenn du das erstmal verinnerlicht und verstanden hast, dann muss du dir eigentlich gar keine Gedanken mehr machen. Also „keep calm and travel on“.

Angi: Vergiss Plan A sowie B, C, D, E und F am besten auch gleich. Es ist zwar immer gut eine gewisse Vorstellung zu haben, was man erleben möchte. Aber Pläne gehen auf Reise grundsätzlich nie auf. Das ist etwas, was wir auch erst lernen mussten.

WIE WÜRDEST DU PAM BZW. ANGI ALS REISEPARTNER BESCHREIBEN?

Pam: Anstrengend. Hochgradig anstrengend. Haha, nein Spaß! Um ehrlich zu sein: ich könnte mir keine bessere Person an meiner Seite vorstellen als sie. Mittlerweile meine ich jede ihrer Macken zu kennen und kann mir diese nicht mehr aus meinem Alltag wegdenken. Es geht sogar soweit, dass ich sie schon sehr vermisse, wenn sie mal für eine Stunde zum Yoga geht. Ich glaube das sagt alles. Natürlich hat man immer mal wieder ein paar Auseinandersetzungen, aber jede Diskussion schweißt uns mehr und mehr zusammen.

Angi: Pam ist ein komplett planloser Reisebegleiter. Das bezieht sich aber zum Glück nur auf seinen Orientierungssinn. Ich kann mich relativ schnell an neuen Orten zurechtfinden, bin aber dafür miserabel im Navigieren. Wir ergänzen uns da also recht gut. Und wir sind auch sonst mittlerweile ein eingespieltes Team. Die letzten 4.320 Stunden waren nicht immer einfach, aber ich bin dankbar jede einzelne davon mit Pam verbracht zu haben. Ich könnte mir keinen besseren Reisepartner vorstellen.

UND JETZT HAND AUF’S HERZ: WENN DU DIE UHR ZURÜCKDREHEN KÖNNTEST, WÜRDEST DU ALLES NOCH MAL GENAU SO MACHEN?

Pam: Wie oben schon gesagt. Es ist viel passiert, dass wir nicht planen konnten. Und auch nicht planen würden. Und unter diesem Gesichtspunkt würde ich sagen: ja, wahrscheinlich würde ich alles nochmals so machen. Nur diesmal käme ich viel schneller dahinter, dass man nichts planen sollte und würde mich dadurch viel weniger aufregen. Aber das zählt, oder?!

Angi: Nein, auf keinen Fall. Ich würde versuchen, viel lockerer und planloser an die Sache ranzugehen. Aber trotzdem bin ich froh, dass wir alles so gemacht haben, wie wir es gemacht haben. Denn nur Dank dem, sind wir jetzt genau an dem Punkt, an dem wir jetzt sind. Sehr poetisch, ich weiss.

Erstmal ein bisschen rumhängen in Perth

Wir hatten Dank Pam’s Tante einen übelst gechillten Start in Perth

ZU GUTER LETZT NOCH DIE FRAGEN ALLER FRAGEN:

Reis oder Pasta?

Pam: Reis

Angi: Reis

Bintang oder Quöllfrisch?

Pam: Quöllfrisch

Angi: Quöllfrisch (nicht’s geht über Quöllfrisch)

Scooter oder Fahrrad?

Pam: Fahrrad

Angi: Scooter

Asien oder Australien?

Pam: Australien

Angi: Australien (obwohl die Entscheidung nicht leicht fiel)

Tempel oder Strand?

Pam: Strand

Angi: Strand

Poolparty oder Yogastunde?

Pam: Poolparty

Angi: Poolparty

Action oder Relaxen?

Pam: Action

Angi: Relaxen (so nach 6 Monaten brauch ich einfach mal eine gute Portion Entspannung)

Wir haben es geschafft! Die ersten 6 Monate sind überstanden

Wir haben es geschafft! Die ersten 6 Monate sind überstanden

UNSER FAZIT

Es war eine wilde und aufregende Zeit, mit vielen Hochs und Tiefs. Und es war die bisher beste Zeit unseres Lebens. Wir bleiben also erst mal auf noch eine Weile auf Reise. Wir wollen ja schliesslich wissen, was die nächsten 6 Monate noch alles so mit sich bringen.